Description
Genetische Tests gehören heute zum medizinischen Alltag. Einer ihrer brisanten Einsatzbereiche ist die prädiktive Diagnostik, die das Risiko zukünftiger Erkrankungen bei bislang gesunden Menschen ermittelt. Dieses Buch beleuchtet die entscheidenden Veränderungen, die der genetische Blick in die Zukunft bringt: Neben besseren Heilungschancen für viele Krankheiten gehört hierzu auch ein anderer kollektiver Umgang mit Behinderung, Krankheit und Tod. Inhalt
Vorwort
Geleitwort
1.Einleitung
1.1.Ausgangslage und Ziel der Studie
1.2.Theoretische Grundlagen und methodisches Vorgehen
1.3.Aufbau der Studie
2.Voraussetzungen, Möglichkeiten und Grenzen der Vorhersage gesundheitlicher Risiken
2.1.Historische Aspekte: Krankheitsursachen und Krankheitsstatistik
2.1.1.Krankheitsursachen: Von der Zellularpathologie zum molekularen "Defekt"
2.1.2.Krankheit: Vom unkontrollierbaren Schicksalsschlag zum kalkulierbaren Risiko
2.2.Prognose und Prädiktion
2.2.1.Prognose
2.2.2.Prädiktion
2.3.Prädiktion und Prävention
2.3.1.Prädiktive Gentests und primäre Prävention
2.3.2Gentests als Mittel der sekundären und tertiären Prävention
2.4.Der Status genetischer Informationen: Debatten und Positionen
2.4.1.Exzeptionalismus: Die Sonderrolle genetischer Informationen
2.4.2.Generalismus: Die Normalisierung genetischer Informationen
2.4.3.Kontextualismus: Kontextabhängige Bewertung genetischer Informationen
3.Psychosoziale Implikationen und gesundheitsbezogene Handlungsrelevanz prädiktiver Tests
3.1.Prädiktive genetische Informationen und Selbstwahrnehmung
3.2.Psychosoziale Implikationen prädiktiver Tests: Empirische Befunde
3.2.1.Implikationen prädiktiv-deterministischer Tests
3.2.2.Implikationen prädiktiv-probabilistischer Tests
3.3.Prädiktive genetische Informationen als motivationale Grundlage zur Änderung des Gesundheitsverhaltens
3.4.Drei Fallbeispiele: Familiäre Hypercholesterinämie, Thrombophilie und Alzheimer-Demenz
3.4.1.Familiäre Hypercholesterinämie
3.4.2.Thrombophilie
3.4.3.Alzheimer-Demenz
3.4.4.Gesundheitsverhalten nach prädiktiven Gentests: Ein Klassifikationsversuch
3.4.5.Vielfalt und Kontextabhängigkeit: Hypothesen zu den psychosozialen Implikationen prädiktiver genetischer Tests
4.Prädiktive Genetik und das Verständnis von Gesundheit und Krankheit
4.1.Gesundheit und Krankheit im postgenomischen Zeitalter
4.1.1.Vorsorgen und Voraussagen: Von der präventiven zur prädiktiven Medizin
4.1.2.Von Patienten zu Kunden: Gesundheit als moralische Kompetenz und ökonomisches Gut
4.2.Die Genetifizierung der Medizin
4.2.1.Die Expansion und Transformation des Begriffs der genetischen Krankheit
4.2.2.Entwicklungstendenzen und Paradoxien einer prädiktiven Medizin
4.2.3.Die steigende Bedeutung genetischer Faktoren in Gesundheitsaufklärung und -politik
4.3.Individualisierung als Vision und Vehikel einer prädiktiven Medizin
4.3.1.Von der sozialtechnokratischen zur selbstregulatorischen Prävention: Die Geburt der "genetischen Risikoperson"
4.3.2.Individualisierung als Leitbild und Legitimationsressource
4.3.3.Dezentrierung und Rezentrierung liberaler Subjektivität
4.4.Biologisierung von Familie und Verwandtschaft
4.4.1.Genetische Biographien: Stammbäume und Abstammungslinien als Identitätsmarker
4.4.2.Medikalisierungstendenzen: Die Familie als Patientin
4.4.3.Zwischen Fürsorgepflicht und Autonomiepostulat: Prädiktive Tests bei Minderjährigen
4.4.4.Vom Kinderwunsch zum Wunschkind? Dilemmata bei Reproduktionsentscheidungen
4.4.5.Liebe in Zeiten prädiktiver Gentests
5.Konturen einer Biosozialität
5.1."Genetic citizenship": Die Entstehung neuer Formen sozialer Vergemeinschaftung und politischen Aktivismus
5.1.1."Making up biological subjects": Expertendiskurse, epistemische Unsicherheiten und ethische Konflikte
5.1.2.Neue Vergemeinschaftungsformen und kollektive Identitäten: Die wachsende Bedeutung von Selbsthilfegruppen und Patientenorganisationen
5.1.3.Politischer Aktivismus auf der Basis genetischer Differenz
5.2.Genetische Diskriminierung und Stigmatisierung
5.2.1.Ergebnisse empirischer Studien
5.2.2.Dimensionen genetischer Diskri Regine Kollek ist Professorin für Technikfolgenabschätzung der modernen Biotechnologie in der Medizin an der Universität Hamburg. Thomas Lemke ist Professor für Soziologie mit dem Schwerpunkt Biotechnologie, Natur und Gesellschaft am Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Seine Arbeitsgebiete und Forschungsschwerpunkte sind: Gesellschaftstheorie, soziologische Theorie, Biopolitik, politische Soziologie, Wissenschafts- und Techniksoziologie.
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