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Description
Das "Sachbuch des Jahres 2024" - jetzt in der Neuausgabe als Paperback
Jenseits der Klischees vom abgehängten Osten und übermächtigen Westen untersucht Christina Morina - anhand bisher unerforschter Selbstzeugnisse wie Bürgerbriefe und Flugblätter - die Demokratievorstellungen ganz normaler Bürgerinnen und Bürger seit den 1980er Jahren. Sie zeigt, dass viele DDR-Bewohner sich zwar mit ihrem Land und dessen "volksdemokratischen" Idealen identifizierten, viel weniger aber mit dessen Staat und Institutionen. Diese Staatsferne gepaart mit einem ausgeprägten Bürgersinn, dessen Potentiale nach 1990 weitgehend ungenutzt blieben, wirkt bis heute nach. Im Zusammenspiel mit einem erstarkenden Nationalismus entstand so auch der Nährboden für den Aufstieg des Rechtspopulismus. So werden die Grenzen der westdeutschen Liberalisierung ebenso sichtbar wie die Vielfalt der ostdeutschen Demokratieideen. Ein wichtiger Beitrag zum Verständnis der Geschichte und Gegenwart unserer Demokratie, der die eingefahrenen Ost-West- Debatten in ein völlig neues Licht rückt. Christina Morina ist Professorin für Zeitgeschichte an der Universität Bielefeld. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Gesellschafts- und Nachgeschichte des Nationalsozialismus, in der politischen Kulturgeschichte des geteilten und vereinigten Deutschlands sowie in dem Verhältnis von Geschichte und Gedächtnis. Christina Morina wurde 1976 in Frankfurt (Oder) geboren und verbrachte ihre Kindheit in der DDR. Sie studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Journalistik an der Universität Leipzig und der Ohio University (USA) und wurde 2007 an der University of Maryland (USA) mit einer Arbeit über den Krieg gegen die Sowjetunion in der deutsch-deutschen Erinnerungskultur promoviert. Sie war von 2008 bis 2014 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und 2015 bis 2019 DAAD-Fachlektorin an der Universität Amsterdam. Ihre Habilitation »Die Erfindung des Marxismus. Wie eine Idee die Welt eroberte« erschien 2017 bei Siedler. Für »Tausend Aufbrüche. Die Deutschen und ihre Demokratie seit den 1980er Jahren« erhielt sie 2024 den Deutschen Sachbuchpreis.



