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Description
Eine Göttin sammelt die Teile ihres ermordeten Geliebten - und mit jedem Fragment verschwimmt die Grenze zwischen Leben und Tod unwiderruflich. In "Tränen der Isis" entfaltet Soledad Arroyave eine eindringliche Neuerzählung des altägyptischen Mythos von Isis und Osiris - doch weit entfernt von trockener Nacherzählung erschafft die Autorin ein literarisches Kunstwerk von berührender Intensität und sprachlicher Brillanz.Nach der Ermordung des Osiris durch seinen Bruder Set beginnt die Göttin Isis eine verzweifelte Suche nach den vierzehn Teilen des zerstückelten Leibes ihres Geliebten, die im Nil verstreut wurden. In fünf kunstvoll komponierten Gesängen begleiten wir Isis auf ihrer schmerzvollen Reise durch ein Ägypten, das zwischen Götterdämmerung und menschlicher Verzweiflung schwebt. Dabei ist dies weit mehr als eine mythologische Abenteuergeschichte: Arroyave erforscht mit feinem psychologischen Gespür die Abgründe von Trauer, Verrat und der Frage, was Liebe bedeutet, wenn der Tod das Unwiderrufliche vollbracht hat.Die Autorin wählt eine außergewöhnliche Erzählweise, die den Leser unmittelbar in die innere Welt der Göttin versetzt. Durch eine poetische, beinahe meditative Sprache, die sich Zeit nimmt für jede Regung, jeden Zweifel, jede Hoffnung, entsteht ein Text von seltener Eindringlichkeit. Die Prosa fließt wie der Nil selbst - manchmal ruhig und kontemplativ, dann wieder aufgewühlt von der Wucht der Emotionen.Besonders bemerkenswert ist Arroyaves Darstellung der Beziehung zwischen Isis und ihrer Schwester Nephthys, der Gattin des Mörders Set. In den Momenten ihrer vorsichtigen Annäherung offenbart sich die ganze Komplexität von Schuld, Loyalität und der Möglichkeit oder Unmöglichkeit von Vergebung. Diese zwischenmenschlichen Spannungen verleihen dem mythischen Geschehen eine zeitlose, universelle Dimension.Die fünf Gesänge der "Zerstreuung und Wiederkehr" folgen nicht nur Isis' äußerer Reise entlang des Nils, sondern kartografieren auch ihre innere Transformation. Soledad Arroyave ist eine Schriftstellerin, deren Werk sich an der Schnittstelle von Mythologie, Poesie und spiritueller Reflexion bewegt. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch eine tiefe Auseinandersetzung mit archaischen Symbolen und zeitlosen menschlichen Erfahrungen aus. Mit einem feinen Gespür für rhythmische Sprache und bildhafte Erzählweise schafft Arroyave Werke, die zwischen Vergangenheit und Gegenwart oszillieren. Ihr literarisches Interesse gilt besonders den Themen von Verlust, Transformation und spiritueller Suche. Sie lebt in zurückgezogener Umgebung und widmet sich intensiv ihrem Schreiben.



