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Description
Vor dem Hintergrund der Deportationen der 1940er Jahre verschwindet ein Mädchen spurlos. Während die Bevölkerung schweigt, riskieren Deportierte ihr Leben, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Der Roman entführt in die düstere Welt der sowjetischen Deportationen nach Sibirien, wo Willkür, Angst und Entbehrung den Alltag bestimmen. Obwohl der Autor selbst nie dort war, schöpft er aus den Berichten von Überlebenden und entwirft ein atmosphärisch dichtes Bild der Verbannungssiedlungen der 1940er Jahre. Es handelt sich nicht um ein historisches Sachbuch, sondern um einen Kriminalroman vor dem Hintergrund der Deportationen von 1941. Der tägliche Überlebenskampf der Verschleppten, die ständige Bedrohung durch den NKWD und das allgegenwärtige Schweigen prägen die Handlung - und stellen die Frage, ob in einem solchen System überhaupt Gerechtigkeit möglich ist. Die Geschichte beginnt mit dem beschwerlichen Transport der Deportierten in Viehwaggons - ohne hygienische Grundversorgung, bei Hunger, Durst und völliger Ungewissheit über das eigene Schicksal. Kaum in dem abgelegenen Kolpaschewo angekommen, stehen die Neuankömmlinge vor einem Verbrechen: Die zwölfjährige Lena Skorajewa, Tochter eines einflussreichen Parteisekretärs, ist spurlos verschwunden. Während die Behörden zögern und die Bevölkerung aus Angst schweigt, stoßen die polnischen Brüder Samosiuk und der junge Wiktor auf Hinweise, die den Fall in gefährliche Richtungen lenken - bis tief in die Reihen des NKWD und zum gefürchteten Kommandanten Mordatschow. Parallel dazu flieht der Wolgadeutsche Gregor vor den brutalen Bedingungen der Zwangsarbeit in die Taiga und wird dabei ungewollt zum Zeugen entscheidender Ereignisse, die ihn unweigerlich in das Geschehen um Lenas Verschwinden hineinziehen. Das Werk verbindet historische Authentizität mit literarischer Spannung und lässt den Leser bis zum Schluss rätseln, ob Lena gefunden werden kann - und ob Gerechtigkeit in einer Welt aus Machtmissbrauch und Angst überhaupt möglich ist. Henryk Karol Skiba, 1940 in Berlin geboren, verbrachte einen großen Teil seines Lebens in Polen. Bis 2015 war er als Hochschullehrer tätig. Als Schriftsteller veröffentlichte er Romane und Kriminalromane in polnischer Sprache, in denen er sich intensiv mit deutsch polnischen Beziehungen, historischen Erfahrungen und Fragen kultureller Identität auseinandersetzt. Seit seinem literarischen Debüt im Jahr 2016 sind sechs Bücher erschienen.



