Description
Die Welt in einem Videospiel existiert immer nur genau dort, wo Sie hinsehen. Drehen Sie sich um, blicken Sie in eine mathematische Leere, die den Computer vor dem Absturz bewahrt. Wenn wir durch atemberaubende, grenzenlose Videospiel-Welten streifen, glauben wir, uns in einem gigantischen, lebendigen Universum zu bewegen. Doch diese Wahrnehmung ist eine brillient konstruierte Lüge. Hinter dem Rücken unserer digitalen Avatare existiert buchstäblich das Nichts.Um zu verhindern, dass Computer bei der Berechnung von hochkomplexen Welten überhitzen, nutzen Entwickler einen mathematischen Trick namens Frustum Culling. Diese Mechanik berechnet permanent den exakten Sichtkegel der In-Game-Kamera. Alles, was sich auch nur einen Millimeter außerhalb dieses Kegels befindet, wird gnadenlos aus dem Speicher gelöscht und hört auf zu existieren. Berge, Städte und Feinde ploppen erst in dem Bruchteil einer Sekunde auf, in dem wir uns umdrehen. Es ist die ultimative Umsetzung der philosophischen Frage, ob ein fallender Baum ein Geräusch macht, wenn niemand im Wald ist - in Videospielen tut er es definitiv nicht.Dieses Buch führt tief in die maschinelle Architektur und die radikalen Sparmaßnahmen der Spieleentwicklung. Es beleuchtet die extremen physikalischen Limitierungen von Hardware und die genialen Rendering-Illusionen, die diese Grenzen sprengen.Sie entdecken die unsichtbare Mathematik hinter der Immersion und verstehen, warum die großartigsten Welten nur deshalb existieren können, weil sie zu neunzig Prozent aus dem Nichts bestehen.



