Description
Juliane Scholz analysiert erstmals systematisch die Entwicklung des Personals in Forschung und die strukturellen Besonderheiten der einzelnen Berufsgruppen. Dabei beleuchtet sie die Max-Planck-Gesellschaft als soziales System wie auch als Institution exzellenter Forschung und wissenschaftlicher Innovationen. Im Mittelpunkt stehen die Konflikte des wissenschaftlichen Nachwuchses, die zunehmende Befristungspolitik, die Rekrutierung der leitenden Spitzenforscher:innen und die Forderungen nach Mitbestimmung und die Demokratisierung etablierter Hierarchien entlang gesellschaftspolitischer Konfliktlinien. Der Erfolg der Spitzenforschungsorganisation ist nicht nur auf ihre herausragenden Forscher:innen an der Spitze der Institute zurückzuführen, vielmehr sind wissenschaftliche Durchbrüche und neue Ideen das Produkt arbeitsteiliger Kooperationen und kollektiver Anstrengungen. Nachwuchswissenschaftler:innen und wissenschaftsunterstützende Berufsgruppen haben einen beachtlichen Anteil am Erfolg der Max-Planck-Gesellschaft, der bislang geflissentlich ausgeblendet wurde. Die sozialhistorische Studie untersucht die veränderten Bedingungen wissenschaftlicher Arbeit und die Transformationen beruflicher Kooperationsbeziehungen in der Grundlagenforschung am Beispiel der Max-Planck-Gesellschaft in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dafür werden erstmals systematisch die Entwicklung des Personals in Forschung und die strukturellen Besonderheiten der einzelnen Berufsgruppen analysiert. Ziel ist es die Max-Planck-Gesellschaft als soziales System und Institution exzellenter Forschung und wissenschaftlicher Innovationen zu verstehen. Im Mittelpunkt stehen die Konflikte des wissenschaftlichen Nachwuchs, die zunehmende Befristungspolitik, die Rekrutierung der leitenden Spitzenforscher:innen und die Forderungen nach Mitbestimmung und die Demokratisierung etablierter Hierarchien entlang gesellschaftspolitischer Konfliktlinien. Juliane Scholz ist Koordinatorin für Wissenschaftskommunikation und Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Sonderforschungsbereich "Sexdiversity - Determinants, meanings and implications of sex diversity in sociocultural, medical and biological landscapes" an der Universität Lübeck. Prof. i.R. Dr. Jürgen Kocka war Professor für Geschichte der industriellen Welt an der Freien Universität Berlin und Präsident des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB). Carsten Reinhardt ist Professor für Historische Wissenschaftsforschung an der Universität Bielefeld. Prof. Dr. Jürgen Renn Jürgen Renn ist Gründungsdirektor und Wissenschaftliches Mitglied am Max-Planck-Institut für Geoanthropologie. Von 1994 bis 2023 war er Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte in Berlin. Jürgen Renns Forschung befasst sich mit der Geschichte der Wissenschaft und der langfristigen Entwicklung des Wissens unter Berücksichtigung von Globalisierungsprozessen und der historischen Dynamik, die zum Anthropozän geführt hat. PD Dr. Florian Schmaltz war bis 2022 Projektleiter des Forschungsprogramms "Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft". Er ist assoziierter Wissenschaftler am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung. Seit Mai 2024 ist er Mitherausgeber der Collected Papers of Albert Einstein am Einstein Papers Project des California Institute of Technology in Pasadena. Birgit Kolboske ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte.



