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Description
(Text)
Michel Foucaults Vorlesungen am Collège de France aus den Jahren 1980 und 1981 markieren einen Wendepunkt in seinem Werk und leiten über zu seinen beiden letzten großen Werken Der Gebrauch der Lüste und Die Sorge um sich. Die antike Lebenskunst und Ethik tritt nun ganz in den Fokus der Analyse, mit dem Ziel einer Genealogie der Sexualmoral der Gegenwart.»Was geschah während des 1. Jahrhunderts unserer Zeitrechnung am Übergang von einer paganen zu einer christlichen Moral?«, so Foucaults Ausgangsfrage. Durch eine minutiöse Untersuchung antiker medizinischer Schriften und Abhandlungen über die Ehe, die Liebe sowie die Deutung erotischer Träume legt er ein Verhältnis des Selbst zu seinen Lüsten frei, das der christlichen Angst vor der Fleischeslust und der Konstruktion einer modernen Sexualwissenschaft vorausging. Schon im griechischen Denken beginnt sich eine Einteilung der Geschlechter nach Aktivität und Passivität zu etablieren, und bereits im Stoizismus des römischen Kaiserreichs entwickelt sich ein Modell der Ehe, das auf lebenslanger Treue basiert, sowie eine Disqualifikation der Homosexualität, jedoch integriert in eine umfassende Lebenskunst. Erst das Christentum transformiert diese Formen der Subjektivität und Sexualität zu Objekten des Wissens und einer Moral, die uns bis heute prägt. Ein bahnbrechendes Werk über die Quellen unseres modernen Selbst.
(Table of content)
Vorwort
Vorlesung 1 (Sitzung vom 7. Januar 1981)
Vorlesung 2 (Sitzung vom 14. Januar 1981)
Vorlesung 3 (Sitzung vom 21. Januar 1981)
Vorlesung 4 (Sitzung vom 28. Januar 1981)
Vorlesung 5 (Sitzung vom 4. Februar 1981)
Vorlesung 6 (Sitzung vom 11. Februar 1981)
Vorlesung 7 (Sitzung vom 25. Februar 1981)
Vorlesung 8 (Sitzung vom 4. März 1981)
Vorlesung 9 (Sitzung vom 11. März 1981)
Vorlesung 10 (Sitzung vom 18. März 1981)
Vorlesung 11 (Sitzung vom 25. März 1981)
Vorlesung 12 (Sitzung vom 1. April 1981)
Zusammenfassung der Vorlesungen
Frédéric Gros
Situierung der Vorlesungen
Sachregister
Namenregister
(Review)
»Auch die Sexualität hat ihre Geschichte, und keiner hat sie besser geschrieben als Foucault.« Neue Zürcher Zeitung 20250505
(Author portrait)
en Mechanismen. 1965 und 1966 war er Mitglied der Fouchet-Kommission, die von der Regierung für die Reform des (Hoch-)Schulwesens eingesetzt wurde. 1966 wurde Les mots et les choses - Une archéologie des sciences humaines (dt.: Die Ordnung der Dinge) veröffentlicht, worin er mit seiner diskursanalytischen Methode die Wissenschaftsgeschichte von der Renaissance bis ins 19. Jahrhundert untersuchte. Nach einem Auslandsaufenthalt als Gastprofessor in Tunis (1965-1968) war er an der Reform-Universität von Vincennes tätig (1968-1970). 1970 wurde er als Professor für Geschichte der Denksysteme an das renommierte Collège de France berufen. Gleichzeitig machte er durch sein vielfältiges politisches Engagement auf sich aufmerksam. In diesem Kontext entstand die Studie Surveiller et punir (dt.: Überwachen und Strafen). 1975-1982 unternahm er Reisen nach Berkeley und Japan sowie in den Iran und nach Polen.



