Gelegenheiten : Aufsätze und Gespräche, Reden und Rezensionen (Originalausgabe)

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Gelegenheiten : Aufsätze und Gespräche, Reden und Rezensionen (Originalausgabe)

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  • 製本 Paperback:紙装版/ペーパーバック版
  • 商品コード 9783518468319

Description

Seit langem sind die erzählerischen und lyrischen Wortmeldungen Jürgen Beckers im Bewusstsein der literarischen Öffentlichkeit fest verankert. Aus mehr als fünf Jahrzehnten stammt ein eigensinniges und polyphones Werk, das immer auch im historischen Kontext und in seiner Korrespondenz mit den Nachbarkünsten gesehen werden will: Malerei, Musik, Fotografie sind Elemente, die sich direkt in das poetische Werk des Autors eingeschrieben haben. Parallel dazu hat sich Jürgen Becker immer auch in reflexiver Form mit poetologischen Fragestellungen und zeitgenössischen Positionen in den verschiedenen Künsten auseinandergesetzt. Erhellend sind seine Rezensionen amerikanischer Literatur, insbesondere der Lyrik, die seine eigene Schreibweise beeinflusst hat. Daneben stehen Beckers Positionen in der Beschäftigung mit Büchern u. a. von Uwe Johnson, Peter Handke, Peter Weiss und Günter Grass.
Gabriele Ewenz' Edition macht diese wichtigen und erhellenden Texte erneut zugänglich. Sie werden flankiert von Gesprächen und Reden, in denen sich Becker dezidiert über biographische Aspekte sowie gattungsspezifische Fragestellungen im Kontext seines Werkes äußert.

Die Revolte der Widersprüche
Heimatlose Poesie
Zu den Dichtungen Yvan Golls
Über den gleichnamigen Roman von Uwe Johnson
Fa:m' Ahniesgwow
Revolution aus Überlieferung
Das Riesen-Phantasus-Nonplusultra-Poem
Die ersten drei Bände der neuen Arno-Holz-Ausgabe
Gegen die Erhaltung des literarischen status quo
Einführung zum Hörspiel Glückliche Tage von Samuel Beckett
Einführung zu Happenings. Fluxus Pop Art Nouveau Réalisme. Eine Dokumentation
Modell eines möglichen Politikers
Nachwort zu Der Kopf des Vitus Bering von Konrad Bayer
Peter Handkes erster Roman Die Hornissen
Dadamax
Eine Art zu leben
Über Werner Schmalenbach : Kurt Schwitters
Rekonstruktionen I-VI
IV Ludwig Harig: Ein Blumenstück
Schreckliche Märchenstunde
Über Donald Barthelme : Schneewittchen
Daß alles ein Dreck ist
Oswald Wieners monströse Verbesserung von Mitteleuropa
Ansichten der Einsamkeit
Die Rheinlandschaften des Photographen August Sander
Die vergehende Zeit für einen Moment zum Stillstand bringen
Das Gedicht als Tagebuch
Entdecker des Unvertrauten
Der Fotograf Eugène Atget
An den Rändern der Existenz
Ilse Aichingers Prosa Schlechte Wörter
Eher Visionen als Reportagen
Wieland Schmieds Monographie über Werner Heldt
Fügungen, verfügt über uns
Gedanken zu Beckett-Inszenierungen in Düsseldorf und Frankfurt
Rainer Maria Rilke: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge
Mythos der Nacht
Noch zu entdecken : die größte amerikanische Dichterin unserer Zeit. Djuna Barnes
Dokumente einer Epoche
Photographien von Gisèle Freund
Stille Liebe
Dokumente der Erinnerung: Die Photographien von Walker Evans
Die Warteschleifen der Erinnerung
Gerhard Richter im Albertinum Dresden
Vergehende Zeit, bleibende Bilder
Klaus Schöning. Gespräch mit Jürgen Becker
Ralf Siepmann. Akustik der neuen Wirklichkeit »Der Rundfunk braucht das Hörspiel« Ein Gespräch mit Jürgen Becker
Wolfgang Heidenreich. Selbstauskunft Ein Werkstattgespräch mit Jürgen Becker
Renatus Deckert. Gespräch mit Jürgen Becker
Kunst und Gesellschaft
Rede zum Döblin-Preis
»Rückkehr zur einfach menschlichen Anständigkeit« Laudatio auf Hans Mayer zur Verleihung des Heinrich-Böll-Preises der Stadt Köln
»Ein wahrhaft beispielhaftes Doppelleben« Laudatio auf Helmut Heißenbüttel zur Verleihung des Heinrich-Böll-Preises der Stadt Köln
Laudatio auf John Ashbery zur Verleihung des Horst-Bienek-Preises für Lyrik
»Vom Dichten nebenbei« Dankrede zum Peter-Huchel-Preis
»Das Vergangene wieder vergegenwärtigen« Dankesrede zum Uwe-Johnson-Preis
Poesie und Praxis
Jenaer Vorlesung
Schillers unverwischbare Spur
Dankesrede zur Verleihung des Schiller-Rings der Deutschen Schillerstiftung
Dankesrede zur Verleihung des Günter-Eich-Preises der edienstiftung der Sparkasse Leipzig
Vom Mitschreiben der Wirklichkeit Dankesrede. Gehalten bei der Verleihung des Georg-Büchner-Preises
Gabriele Ewenz
Nachweise
Bibliographie (Auswahl)
Personenregister

Jürgen Becker wurde 1932 in Köln geboren und verbrachte dort seine Kindheit. Während der Kriegs- und Nachkriegsjahre, zwischen 1939 und 1947, lebte er in Erfurt. Nach Aufenthalten in Osterwieck/Harz und Waldbröl kam er 1950 nach Köln zurück. 1953 Abitur. Nach kurzem, abgebrochenem Studium begann er seine Existenz als freier Schriftsteller; seinen Lebensunterhalt bestritt er jahrelang mit wechselnden Tätigkeiten, als Arbeiter und Angestellter, als Werbeassistent und Journalist. Er arbeitete für den WDR und in den Verlagen Rowohlt und Suhrkamp. Zwanzig Jahre lang, bis 1993, leitete er die Hörspielredaktion des Deutschlandfunks.

Große Aufmerksamkeit fand Jürgen Becker mit seinem ersten Prosabuch Felder (1964); die beiden folgenden Bücher Ränder (1968) und Umgebungen (1970) festigten seinen Ruf als Verfasser experimenteller Literatur. Zugleich wirkte er mit seinen ersten Hörspielen (Bilder, Häuser, Hausfreunde) am Entstehen des »Neuen Hörspiels« mit. In seinem 1971 veröffentlichten Fotobuch Eine Zeit ohne Wörter verschmolz er seine literarische Arbeit mit dem visuellen Medium. Die künstlerischen Grenzüberschreitungen der Avantgarde hatte er 1965 bereits mit dem Band Happenings dokumentiert, einer Gemeinschaftspublikation mit dem Happening-Künstler Wolf Vostell.
In den Siebziger- und Achtzigerjahren konzentrierte sich Jürgen Becker auf die Lyrik. Die in dieser Zeit entstandenen Gedichtbände - darunter Das Ende der Landschaftsmalerei (1974), Odenthals Küste (1986), Das Gedicht der wiedervereinigten Landschaft (1988) - platzierte die Kritik in die obersten Ränge der zeitgenössischen Poesie. Gleichzeitig schrieb Jürgen Becker weiterhin Hörspiele und die beiden Prosabücher Erzählen bis Ostende (1980) und Die Türe zum Meer (1983). Dazu korrespondierte er weiterhin mit dem visuellen Medium: Fenster und Stimmen (1982), Frauen mit dem Rücken zum Betrachter (1989), Korrespondenzen mit Landschaft (1996) entstanden nach Collagen seiner Frau, der Malerin Rango Bohne, Geräumtes Gelände (1995) nach Bildern seines Sohnes, des Fotografen Boris Becker.
Wende und Wiedervereinigung wirkten entscheidend auf das Schreiben Jürgen Beckers ein. Die Wiederentdeckung der Orte und Landschaften zwischen Elbe und Oder, Rügen und Thüringer Wald motivierten seine Gedichtbände Foxtrott im Erfurter Stadion (1993) und Journal der Wiederholungen (1999), die Erzählung Der fehlende Rest (1997) und vor allem den im Sommer 1999 erschienenen Roman Aus der Geschichte der Trennungen. Mit den Vorbereitungen dazu begann er während eines Stipendiums im Künstlerhaus Schloss Wiepersdorf. Es war dies Jürgen Beckers erster Roman; eine bewegende, persönliche Geschichte, die zugleich von den Widersprüchen der deutschen Erfahrungen erzählt.

Jürgen Beckers Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. erhielt er den Preis der Gruppe 47, den Literaturpreis der Bayerischen Akademie der schönen Künste, das Stipendium der Villa Massimo, den Bremer Literaturpreis, den Heinrich-Böll-Preis. Jürgen Becker war Mitglied der Akademie der Künste in Berlin-Brandenburg, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur, sowie des PEN-Clubs. 2001 erhielt er für seinen Roman Aus der Geschichte der Trennungen den Uwe-Johnson-Preis, der von der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft vergeben wird. 2006 wurde er für sein Prosawerk, insbesondere den Journalroman Schnee in den Ardennen, mit dem Hermann-Lenz-Preis ausgezeichnet, 2009 erhielt er den Schiller-Ring. 2014 wurde Jürg

Gabriele Ewenz, Literaturwissenschaftlerin, Studium der Literatur-, Theater- und Kunstwissenschaft in Bonn und Berlin; Leiterin des Heinrich-Böll-Archivs und des Literatur-in-Köln-Archivs (LiK) der Stadtbibliothek Köln.

»Das Alter halte ihn nicht davon ab, sagte Becker 2014 ... 'immer aufs neue anzufangen, im Zweifel nämlich, ob ich die entscheidenden Sätze überhaupt schon geschrieben, ob ich nicht zu vieles falsch gemacht habe.' Was für ein großartiges Schreibmotiv, was für ein inspirierendes Lebensmotto, was für eine schöne Aussicht auf weitere Texte von Jürgen Becker.« Martin Oehlen Frankfurter Rundschau 20181027

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