Description
Hermann Hesse ist auch heute noch der Klassiker, mit dem für viele Leser die Entdeckung der Weltliteratur beginnt. Gunnar Decker legt nun eine neue, umfassende Biographie vor. Sie stellt Hesse als einen Menschen vor, der mit Krisen und Selbstzweifeln zu kämpfen hatte und ein Leben lang Einzelgänger war. Diese Erfahrungen haben in seinen Romanen tiefe Spuren hinterlassen, aber seine Werke handeln auch immer vom Neuanfang, vom Versprechen eines gelungenen Lebens. Decker belegt überzeugend, wie bei Hesse Leben und Schreiben untrennbar verknüpft sind. Mit dieser Biographie ist Hesse in der Gegenwart angekommen: als ein visionärer Verteidiger des Geistes im Zeitalter der Massenkultur. Einleitung
Doppelgänger mit Strohhut
Kinderseele. Unterdrückung und Rebellion
Herkunftswelt und Sehnsuchtsort
Der Pietismus als evangelische Erweckungsbewegung und vita experimentalis
Der Sohn frommer Eltern. Johannes und Marie Hesse
Der Dichter als Kind, das nicht Kind sein durfte
Calw. Flößer als Sinnbild
Basel und das Missionswerk
Rückkehr nach Calw
Bei Rektor Bauer in Göppingen
Abgründe der Kinderseele: Brandstifter und Amokläufer?
Kloster Maulbronn
Blumhardt in Bad Boll
Irrenanstalt Stetten
Selbstausrufung als Dichter
»Wären nur Anarchisten da!«
»Primäre Verrücktheit«? Warum er nicht werden will wie seine Halbbrüder Karl und Theodor Isenberg
Bellamys »Rückblick aus dem Jahr 2000« als eine Urszene des »Glasperlenspiels«
Schatten über der »lustigen, fidelen Cannstätter Zeit«: Eros und Tod
»Nervenschwäche« oder »moral insanity«? Buchhändlerlehrling in Eßlingen für drei Tage
Unter Turmuhren. Die Exotik blauer Schlosseranzüge
Aufbruch ins Eigene
Im Bücherturm zu Tübingen
Der Autodidakt. Dichten jenseits des Pietismus
Urszene eines Kurgastes: »Palmenwald«
Eine erste Bewunderin: Helene Voigt. Eine konsequente Nichtbewunderin: Marie Hesse
Das erste Buch: »Romantische Lieder«
Petit cénacle. Boheme und Bürger
Livingstone
Ende einer Briefromanze. Eugen Diederichs' Frau als nützliche Freundin
Lulu aus Kirchheim. Die Gastwirtsnichte als Prinzessin Lilia
»Eine Stunde hinter Mitternacht«. Bericht vom Rande der Kunst
Die Heimat im Grenzüberschreiten
Alemannisches Bekenntnis
Nach Basel. Buchhandlung Reich
Als Rezensent der »Allgemeinen Schweizer Zeitung«
Romantik und Neuromantik. Frühe Wege zum »Glasperlenspiel«
Elisabeth, die ferne Muse. Ästhetik der Wolken
Chopin und das reine Wesen der Musik
»Hermann Lauscher«. Kunst trifft Leben
Erste Begegnung mit Goethe und Nietzsche
Aufbruch zur ersten Italienreise. Augenlust und Augenqual
Distanzrituale. Tod der Mutter und ein erster Gedichtband
Schlaflose Nächte
Porträt des Erfolgsdichters als junger Mann, unter Wolken wandernd
Peter Camenzind oder die Kunst, sich selbst zu finden. Bruder Eros' Wiedergeburt im Wein
Noch mal Italien, diesmal in Begleitung
Boccaccio und Franz von Assisi. Intermezzo als Monographienschreiber, der Legenden dichtet
Intermezzo in Calw. Warten auf den Roman
Das Leben nach dem Bestseller. Familienvater in Gaienhofen
Schulkamerad Martin oder Die Ambivalenz der Erinnerung
»Unterm Rad«. Eine Reise in die Kinderseele. Erinnerung an Hans
Weinstudien
Aussteigerphantasien. Nikolas Quorm bleibt Skizze. Knulp, halb Landstreicher, halb Tramp, wird zum Idol
Monte verità. Ein Leben als Naturmensch auf Probe. Abstinenz und Askese, aber keine Erlösung vom bürgerlichen Leben
»Gertrud« oder vom Eros der Musik
Nach Indien. Flucht ins Exotische
Schmetterlinge. Das trügerische Spiel und die echte Verheißung der Schönheit
Neuanfang in der Schweiz und der Erste Weltkrieg
Das Berner »Welti«-Haus und der Geruch des Todes
»Roßhalde« oder das Problem der Künstlerehe. Martins Krankheit
Wilhelm Raabe. Echter Ruhm und falsche Berühmtheit. Ein Signal mit Fernwirkung
Kriegsausbruch Sommer 1914. »O Freunde, nicht diese Töne!«
Arbeit für die Kriegsgefangenenfürsorge. Die Bücher im Krieg
Der heilsame Blick in den Abgrund. Begegnung mit J. B. Lang und die Frage, wohin die Traumanalyse führt
Wer ist Demian?
Esoterik. Astrologie und Spukgeschichten. Hesse auf der Suche nach Magie und Magnetik
Rollenwechsel Gunnar Decker, geb. 1965 in Kühlungsborn, lebt als Autor in Berlin. Der promovierte Philosoph veröffentlichte vielfach gelobte Biografien, u.a. zu Hermann Hesse, Gottfried Benn, Franz Fühmann und Ernst Barlach. 2016 wurde er mit dem von der Berliner Akademie der Künste verliehenen Heinrich-Mann-Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschien Rilke. Der ferne Magier (2023). »Wer sich in Zukunft mit Hesse beschäftigt, kommt an dieser prallvollen, unaufgeregten Biografie nicht vorbei.« Süddeutsche Zeitung



