Description
Von 1989 bis 2000 hat Claude Lévi-Strauss für die Zeitung La Repubblica Artikel verfasst, in denen er Ereignisse und Tendenzen der modernen Gesellschaft kommentiert. Er setzt sich mit Themen wie Bevölkerungswachstum, Massentierhaltung sowie Organtransplantation auseinander und reflektiert das Denken Montaignes oder Comtes. Im titelgebenden Essay »Wir sind alle Kannibalen« vergleicht er den Rinderwahnsinn mit der Krankheit Kuru, die sich in Papua-Neuguinea zu Beginn des letzten Jahrhunderts durch eine Form von Kannibalismus seuchenartig verbreitete. Zusammen mit seinem legendären Essay »Der gemarterte Weihnachtsmann« erscheinen diese thematisch vielfältigen Texte erstmals in einem Band versammelt.
VorwortMaurice Olender
Der gemarterte Weihnachtsmann
Alles verkehrt herum
Gibt es nur eine Art der Entwicklung?
Gesellschaftliche Probleme: Weibliche Beschneidung und assistierte Reproduktion
Präsentation eines Buchs durch seinen Autor
Die Juwelen des Ethnologen
Künstlerporträts
Montaigne und Amerika
Mythisches Denken und wissenschaftliches Denken
Wir sind alle Kannibalen
Auguste Comte und Italien
Variationen über das Thema eines Gemäldes von Poussin
Die weibliche Sexualität und der Ursprung der Gesellschaft
Die kluge Lektion des Rinderwahnsinns
Die Rückkehr des Onkels mütterlicherseits
Der Beweis durch einen neuen Mythos
Corsi e ricorsi. In den Fußstapfen Vicos
Quellen
Der Autor Lévi-Strauss, ClaudeClaude Lévi-Strauss wurde 1908 in Brüssel geboren und starb am 1. November 2009 in Paris. Er gilt als Begründer des Strukturalismus und lehrte von 1935 bis 1939 Soziologie an der Universität von São Paulo und von 1935 bis 1945 an der New School for Social Research. 1950 erhielt er an der École Pratique des Hautes Études einen Lehrstuhl für Vergleichende Religionswissenschaften der schriftlosen Völker und 1959 am Collège de France den Lehrstuhl für Anthropologie. Moldenhauer, EvaEva Moldenhauer, 1934 in Frankfurt am Main geboren, war seit 1964 als Übersetzerin tätig. Sie übersetzte Literatur und wissenschaftliche Schriften französischsprachiger Autoren ins Deutsche, u.a. von Claude Simon, Jorge Semprún, Marcel Mauss, Mircea Eliade, Gilles Deleuze und Lévi-Strauss. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Helmut-M.-Braem-Übersetzerpreis und dem Paul-Celan-Preis. Eva Moldenhauer verstarb am 22. April 2019. »Dem Feldforscher Claude Lévi-Strauss kann man zusehen, wie sinnliche Anschauung zu anschaulichem Denken wird.« Volker Breidecker Süddeutsche Zeitung 20170607



