Description
Das »Opfer« gehört zu den elementaren, wenn auch nur schwerverständlichen und oft als anstößig empfundenen Phänomenen der menschlichen Kultur. Der Begriff »Opfer« ist heute durch viele kulturelle Anpassungen allerdings so verschliffen, daß er keinen klaren Sinn mehr zu vermitteln vermag. Die Debatten um die Veröffentlichungen von W. Burkert und R. Girard, ethnologische und soziologische Kulturanalysen und die Diskussionen um die Neubestimmung des Themas »Sühne« in der alt- und neutestamentlichen Wissenschaft haben neue Perspektiven auf das Opfer entwickelt und im Umlauf gebracht. Diese Perspektiven scheinen die Chance zu bieten, einen zentralen Themenkomplex der klassischen Hochreligionen wieder besser verstehen zu lernen. Sie ermöglichen auch ein konstruktives und kritisches Verhältnis zur inflationären Rede von »Opfer« in unseren Kulturen, vor allem in der politischen und journalistischen Sprache der Gegenwart.
Malina, Bruce J.: Rituale der Lebensexklusivität. Cancik-Lindemaier: Tun und Geben. Gladigow, Burkhard: Opfer und komplexe Kulturen. Schweiker, William: Heilige Gewalt und der Wert der Macht. Marx, Alfred: Opferlogik im alten Israel. Willi-Plein, Ina: Opfer und Ritus im kultischen Lebenszusammenhang. Rendtorff, Rolf: Pristerliche Opferora in jüdischer Auslegung. Stegemann, Wolfgang: Die Metaphorik des Opfers. Breytenbach, Cilliers: Gnädigstimmen und opferkultische Sühne im Urchristentum und seiner Umwelt. Brandt, Sigrid: Hat es sachlich und theologisch Sinn, von »Opfer« zu reden?. Gestrich, Christof: Opfer in systematisch-theologischer Perspektive. Jörns, Klaus-Peter: Religiöse Unverzichtbarkeit des Opfergedankens? »Ein schaurig schönes Buch.« Elmar Krekeler DIE WELT 20130412


