Description
Rainer Maria Rilke und die Malerin Mathilde Vollmoeller treffen sich 1897 zum ersten Mal. Doch erst 1906 vertieft sich der Kontakt und eine rege Korrespondenz setzt ein, die bis 1920 andauert. Es war Mathilde Vollmoeller, die Rilke die moderne europäische Malerei näherbrachte und seine Ansichten entscheidend beeinflußte. Rilke schätzte das Urteil der Malerin, die er "für ruhig und nicht literarisch abgelenkt" hielt.
In ihren über 100 Briefen plaudern Rainer Maria Rilke und Mathilde Vollmoeller über Alltägliches, aber sie tauschen auch Urteile über Kunst und Literatur aus, besprechen Ausstellungen, Vorträge und Reisen. Barbara Glauert-Hesse arbeitete als Rundfunk-Redakteurin und Verlagslektorin. Sie katalogisierte im Auftrag der Deutschen Schillergesellschaft von 1969 an den Nachlaß von Yvan und Claire Goll gemeinsam mit Claire Goll in Paris. Nach deren Tod 1977 setzte sie die Arbeit am Goll-Nachlaß im Deutschen Literaturarchiv in Marbach am Neckar und in Saint-Die-des-Vosges, Frankreich, fort. Seit 1988 ediert sie die Gesamtwerke beider Autoren. Rainer M. Rilke (1875-1926), der Prager Beamtensohn, wurde nach einer erzwungenen Militärerziehung 1896 Student, zuerst in Prag, dann in München und Berlin, weniger studierend als dichtend. Die kurze Ehe mit der Bildhauerin Clara Westhoff in Worpswede löste er 1902 auf. Er bereiste darauf Italien, Skandinavien und Frankreich. In Paris schloß er Bekanntschaft mit Rodin und wurde dessen Privatsekretär. Bereits nach acht Monaten kam es zum Bruch. Es folgten unstete Jahre des Reisens mit Stationen in verschiedenen Städten Europas. Nach seinem Entschluß zur Berufslosigkeit und zu einem reinen Dichterdasein war Rilke zu jedem Verzicht bereit, wenn es dem Werk galt. Er opferte sein Leben seiner Kunst und gewann Unsterblichkeit, indem er unerreichte Sprach- und Kunstwerke schuf.
Im Ersten Weltkrieg war er zur österreichischen Armee eingezogen, wurde aber aufgrund seiner kränklichen Konstitution in das Wiener Kriegsarchiv versetzt. Rilke starb nach langer Krankheit in Val Mont bei Montreux.



