Description
Kann disruptiver Klimaprotest gemäß 34 StGB gerechtfertigt sein? Unter kritischer Würdigung der bisherigen Rechtsauslegung zeigt die Arbeit auf, inwieweit klimaaktivistischer Ungehorsam gerechtfertigt sein kann. Zentral für die Ergebnisfindung sind klimawissenschaftliche Erkenntnisse und die Auswertung empirischer Protestforschung. Die sich aus der Angemessenheit ergebenden normativen Grenzen werden im Lichte demokratischer Prinzipien und staatlicher Klimaschutzdefizite eingeordnet. »Civil Disobedience and Necessity Defence in Climate Cases. On the justifiability of law violations motivated by climate activism under Section 34 of the German Criminal Code (StGB), with particular focus on the concepts of necessity and appropriateness«: Can disruptive climate protest action be justified under Section 34 of the German Criminal Code (StGB)? Based on a critical assessment of previous legal interpretations, this thesis explores whether climate activist disobedience can be justified. Scientific findings on climate change and the evaluation of empirical protest research are integral to the analysis. The normative limits resulting from appropriateness are examined in the context of democratic principles and state climate protection deficits. 1. Die Klimakrise im ÜberblickBegriffliche und klimawissenschaftliche Grundlagen - Klimaszenarien und Emissionspfade - Der Zusammenhang von Treibhausgasemissionen, Erderwärmung und Klimakrisenfolgen - Ausblick: Das Pariser Klimaziel zwischen drohender Verfehlung und möglichen Realisierungschancen2. Klimaaktivismus im Spannungsfeld von legalem Protest, zivilem Ungehorsam und StrafrechtKontextualisierung, Entwicklung und strafrechtliche Relevanz des gegenwärtigen Klimaaktivismus - Klimaprotest, ziviler Ungehorsam und die Frage der strafrechtlichen Rechtfertigung3. Ausgewählter Überblick über den rechtfertigenden Notstand als Regelung eines RechtsgüterkonfliktsDer Norminhalt des 34 StGB - Die Beurteilungsperspektive im rechtfertigenden Notstand - Die Notstandslage - Die Geeignetheit der Notstandshandlung4. Die Klimakrise als strafrechtliche Notstandslage?Die Rechtsgutsbetroffenheit - Die anthropogene Erderwärmung als Gefahr - Zur Gegenwärtigkeit der Gefahr5. Klimaaktivistischer Ungehorsam als geeignete Notstandshandlung?Allgemein: Die Voraussetzung der Geeignetheit im Spiegel der Kollektivität und Globalität der Klimakrise - Konkretisierung: Zur Geeignetheit von Protestaktionen mit dem Ziel einer Veränderung der klimapolitischen Dynamik in Richtung einer messbar-effektiveren Klimaschutzpolitik6. Der Blick auf die weitere Notstandsprüfung - rechtliche Implikationen und ausgewählte ProblemkreiseSchlaglichter auf die Erforderlichkeit - Schlaglichter auf die Interessenabwägung - Schlaglichter auf die Angemessenheit Jana Wolf studied law at Ludwig Maximilian University in Munich, specialising in criminal justice, criminal defence and prevention, and passed her first state law examination in 2021. She then worked as a research assistant at the chair of Prof. Dr. Helmut Satzger in Munich, where she also completed her doctorate. Her dissertation was funded by a doctoral fellowship from the Friedrich Ebert Foundation. Since April 2025, she has been serving her legal clerkship in Munich.



