Description
Die Studie zeichnet die Entwicklung des repressiven Jugendmedienschutzes vom Kaiserreich bis zur Gegenwart nach. Sie analysiert die Entstehung der materiellen, ministeriellen und justiziellen Autonomie der staatlichen Prüfstellen in der Weimarer Republik und zeigt, dass die Verrechtlichung dieses Systems unter dem Grundgesetz seine illiberale Grundtendenz nicht beseitigt hat. Der Autor schließt deshalb mit einem Plädoyer für ein Gebot der Staatsferne des repressiven Jugendmedienschutzes. »Between Autonomy and Juridification: The History of the Creation and Development of the Review Board for Media Harmful to Minors from the German Empire to the Present Day«: The study traces the development of repressive youth media protection from the German Empire to the present day. It analyses the origins of the material, ministerial and judicial autonomy of the review boards in the Weimar Republic, demonstrating that the later Juridification of this system under the Basic Law has not eliminated its illiberal tendencies. The author therefore concludes by calling for repressive youth media protection to remain in ministerial autonomy. A. Einführung: Gegenstand, Ansatz und Aufbau der UntersuchungGegenstand: Die Geschichte der Prüfstelle und ihre verdrängten Wurzeln - Ansatz: Die entwicklungsgeschichtliche Perspektive auf die (Rest-)Autonomie - Aufbau: Die Strukturierung der Entstehungs- und EntwicklungsgeschichteB. Kaiserreich: Die Entstehung und Prägung des Konflikts um die moderne Massenkultur:Kultureller Wandel: Der Weg des Kaiserreichs in die Moderne - Lex Heinze: Der prägende Kampf um Massenkultur und Naturalismus - Die Schundkampfbewegung: Geboren aus den Trümmern der Lex-HeinzeC. Weimar: Die Errichtung und Auflösung autonomer Prüfstellen im Konflikt um die Massenkultur:Rahmen: Der Einfluss des Schundkampfs auf die Verfassungsgebung - Gesetzgebungsprozess: Der lange Kampf um das Schund- und Schmutzgesetzes - Analyse: Die Rolle der Prüfstellenautonomie im Schund- und Schmutzgesetz - Kontrast: Die systematische Auflösung der Autonomie im NationalsozialismusD. Bonn: Die Fortführung des Weimarer Prüfstellenmodells durch die LegislativeDas GjS: Zwischen Restauration, Liberalisierung und verfassungsrechtlicher Anpassung - Das JuSchG: Die Überführung des Prüfstellenmodells ins 21. Jahrhundert - Nach den Novellen: Der aktuelle Entwicklungsstand der PrüfstelleE. Verrechtlichung: Der Abbau der Prüfstellenautonomie durch die JudikativeVerfassungsrechtliche Weichenstellungen: Der Ausbau des Rechtsstaates - Materielle Autonomie: Die Überlagerung der Wertungsspielräume durch Grundrechte - Justizielle Autonomie: Die Verlagerung der Letztentscheidungsbefugnisse auf die GerichteF. Was bleibt: Die prekäre Lage der ministeriellen PrüfstellenautonomieRezeptionswandel: Die ministerielle Prüfstellenautonomie als Demokratieproblem - Ein Plädoyer für ein Gebot der Staatsferne des repressiven JugendmedienschutzesG. Schlussbetrachtung: Zwei Grunderkenntnisse der Untersuchung:Die Gefahr verfassungsdogmatischer Perspektivverengungen und ihre Folgen - Die notwendige Erinnerung an die illiberale Grundtendenz des Schundkämpfererbes Sascha Wolf studied law, specialising in international and European law, at the University of Konstanz. Following his first state examination, he worked as a research associate at the Chair of Art and Cultural Administration Law under Prof. Dr. Schönberger at Heinrich Heine University Düsseldorf from 2018 to 2023. His research focused on cultural administration law, youth media protection law and the law of state organisation. Between 2023 and 2025, he undertook his legal clerkship in Düsseldorf, passing the second state examination. He has since been practising as a lawyer specialising in media and press law.



