Description
Im Rechtsverkehr werden zunehmend automatisierte Einrichtungen eingesetzt - vom einfachen Warenautomaten bis zur KI. Der Mensch als Handlungssubjekt im Rechtsverkehr, wie er der Konzeption des BGB zu Grunde liegt, spielt in immer mehr Fällen eine immer geringere Rolle. Die Arbeit analyisert die Auswirkungen auf die Auslegungsdogmatik vor dem Hintergrund rechtlicher, technischer und psychologischer Grundlagen rechtsgeschäftlicher Kommunikation. »Interpretation of Automated Contractual Transactions«: Automated devices are increasingly being used in legal transactions - from simple vending machines to AI. Humans as actors in legal transactions, as understood in the base concept of the German Civil Code (BGB), are playing an increasingly minor role in more and more cases. This thesis analyses the effects on interpretative doctrine within the context of the legal, technical and psychological foundations of legal communication in the form of declarations of will and contracts. A. EinführungBegriff des automatisierten Geschäftsverkehrs - Überblick über den Stand der Diskussion - Warum Auslegung? - Auslegung als Teil der zivilrechtlichen RisikoverteilungB. Modellierung rechtsgeschäftlicher Kommunikation... aus psychologischer Sicht - ... aus technischer Sicht - ... aus juristischer Sicht - Einordnung der »Blockchain«C. Wirksamkeit automatisiert abgegebener WillenserklärungenLokalisierung der Unterschiede im Tatbestand der Willenserklärung - Bezugsobjekt des Handlungswillen und ausreichender Geschäftswille - Exkurs: Wirksamkeit automatisiert generierter Verwaltungsakte im öffentlichen Recht - Anfechtbarkeit - Vertragsbindung über das HaftungsrechtD. Normative Besonderheiten der Auslegung von Willenserklärungen im automatisierten GeschäftsverkehrEinführung und Überblick - Grundsatz: Anwendbarkeit der klassischen Auslegungsregeln - Genereller AGB-Charakter - Verbraucherschutzrecht und Rechtsprinzip der Technologieneutralität - Regelungen zum ÖPNVE. Ermittlung des auslegungsfähigen Inhalts codiert abgegebener ErklärungenPlattform-AGB als Auslegungsmittel - Technische Protokolle als Auslegungsmittel - Konkludente ErklärungenF. Auswirkungen der Automatisierung auf die Auslegung der Willenserklärung im engeren SinneBisherige Lösungsansätze zu konkreten Auslegungsfragen in Rechtsprechung und Literatur - Bisherige abstrakte Auslegungsmodelle in der Literatur - Grundsätze des offenen Kalkulationsirrtums - Zusammenfassung zu einem AuslegungsmodellG. Vertragsspezifische AuslegungH. Zusammenfassung der wesentlichen ErgebnisseBesonderheiten aufgrund der elektronischen Übermittlung - Besonderheiten der Auslegung automatisiert generierter Erklärungen - Besonderheiten der automatisierten Verarbeitung von Erklärungen Till Menke studied law at Heidelberg University, computer science at the Fernuniversität Hagen, and administrative sciences at the University of Speyer. From 2018 to 2020, he worked as a research assistant at the Institute for comparative law, conflict of laws and international business law at Heidelberg University under Prof. Dr. Dr. h. c. Thomas Pfeiffer before starting his legal clerkship in Heidelberg in October 2020. Since February 2024, he is a judge at the Administrative Court of Göttingen. He is also a part-time lecturer in the AI and Legal Tech programme at the University of Göttingen and teaches in an introductory module on the German Civil Code (BGB) at the Fernuniversität Hagen.



