Description
Die Arbeit untersucht die strafrechtliche Verantwortlichkeit von Anbietern sozialer Netzwerke und entwickelt Ansätze zur Relationierung straf- und medienrechtlicher Wertungen. Im Fokus stehen die dogmatische Einordnung von Anreizarchitekturen sozialer Netzwerke und die erweiterte Verantwortlichkeit von sog. Anbietern nachgelagerter Ordnung. Durch die abstrakte Analyse digitaler Kommunikationscharakteristika wird versucht, einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Medienstrafrechtsdogmatik zu leisten. »The Criminal Liability of Providers of and within Social Networks. At the Same Time a Contribution to the General Part of Media Criminal Law«: The study examines the criminal liability of social network providers and develops approaches to relate criminal and media law assessments. The focus is on the doctrinal classification of incentive architectures in social networks and the extended liability of so-called providers of downstream order. By conducting an abstract analysis of the characteristics of digital communication, the study aims to contribute to the further development of the dogmatics of media criminal law. 1. Phänomenologische GrundlagenBegriff, Funktionen und Ordnung sozialer Netzwerke - Soziale Netzwerke als Ort und kriminogener Faktor aggressiver Kommunikation2. (Außer-)Strafrechtliche VorfragenTelemedienrechtliche Grenzen einer strafrechtlichen Verantwortlichkeit - Selektion strafrechtlich relevanten Verhaltens3. Die Verantwortlichkeit der Anbieter (innerhalb) sozialer Netzwerke nach strafrechtlichen GrundsätzenStrafrechtswidrig ausgerichtete Angebote - Strafrechtswidrige Inhalte als 'digitale Altlasten' in neutral ausgerichteten Angeboten Maximilian Nussbaum studied law at Leibniz University Hannover and the University of New South Wales (Sydney), as well as the Master's program "IT Law and Intellectual Property Law" at Leibniz University Hannover and the University of Vienna. During his studies, he worked as a student assistant at the Institute of Criminal Sciences within the Faculty of Law in Hannover and later as a research assistant at the same institute. His doctoral studies, funded by the German Academic Scholarship Foundation (Studienstiftung des deutschen Volkes), were successfully completed in November 2024. Maximilian Nussbaum is currently a legal trainee in the Higher Regional Court district of Celle. »Das vom Autor vorgelegte Werk beeindruckt durch seine Komplexität und die methodische Verknüpfung bestehender sowie neuartiger rechtswissenschaftlicher Fragestellungen angesichts längst etablierter globaler digitaler Kommunikationsräume. Der analytischen Tiefe sollte der Leser nicht ohne Fokussierung und eine Bereitschaft zur intensiven Auseinandersetzung mit Kommunikationsdelikten in sozialen Netzwerken begegnen.« Christian Bliesener, in: Goltdammer´s Archiv für Strafrecht, 3/2026 »In der Gesamtschau verwundert es nicht, dass die Arbeit von Nussbaum mit dem Fakultätspreis der Juristischen Fakultät der Leibniz Universität Hannover ausgezeichnet wurde. Die äußerst detaillierte Herangehensweise legt innovative Lösungsansätze offen, die gewissermaßen 'frischen Wind' in die mitunter etwas festgefahrene Diskussion bringen. Dies gilt allen voran mit Blick auf das zugrunde gelegte Ordnungsmodell, das die digitale Wirklichkeit auch strafrechtlich greifbar macht. Ein Gesichtspunkt sei schließlich hervorgehoben: Die Untersuchung verknüpft allgemeine strafrechtliche Fragen in eindrucksvoller Weise mit den Besonderheiten sozialer Netzwerke und zeichnet gerade deshalb ein in sich stimmiges Gesamtbild. Wer sich intensiv mit der strafrechtlichen Plattformverantwortlichkeit befasst, wird um das Buch nicht herumkommen.« Dr. Samuel Strauß, in: Zeitschrift für Internationale Strafrechtswissenschaft, 5/2025



