Description
Die Forschungsarbeit beleuchtet das problematische Verhältnis des Schutzes von Prozessbeteiligten insbesondere Opfern und des Öffentlichkeitsgrundsatzes im Strafverfahren. Die zentrale Norm des 171b GVG wurde bislang in der Rechtswissenschaft trotz hoher Praxisrelevanz eher stiefmütterlich behandelt. Der Autor setzt sich kritisch mit der Regelung, insbesondere der unklaren Zielsetzung, den fehlenden Rechtsschutzmöglichkeiten sowie dem Ausschluss der Öffentlichkeit bei den Schlussvorträgen auseinander. Dies mündet in einem Reformvorschlag, der den Interessen der Prozessbeteiligten bei weitestmöglicher Wahrung des Grundsatzes der Öffentlichkeit besser gerecht werden soll. » 171b GVG and the Principle of Public Criminal Trial«: The Book deals with the Problem of the principle of public trial on the one hand and victim protection on the other hand. The central norm in German criminal law for this is 171b GVG. It has a high practical relevance. Nevertheless law sciences hardly deal with it. The author critically examines the regulation, in particular the lack of legal protection options and clear purpose of the norm as well as the exclusion of public during the final pleas. Finally a reform proposal is presented. A. EinleitungProblemaufriss - Gang der UntersuchungB. Der Öffentlichkeitsgrundsatz im StrafprozessrechtHistorische Entwicklung - Verfassungsrechtliche Vorgaben - Europarechtliche und völkerrechtliche VorgabenC. Die Entwicklung des 171b GVGDie Rechtslage vor Einführung des 171b GVG - Die Einführung des 171b GVG im Rahmen des Opferschutzgesetzes im Jahr 1986 - Modifikationen des 171b GVG bis zur heutigen Fassung - Erkenntnisse aus der GesetzgebungsgeschichteD. Die Anwendung des 171b GVG im Konflikt zwischen Öffentlichkeit und Schutz privater InteressenDie Schutzbedürftigkeit privater Interessen im Strafprozess - Struktur des 171b GVG de lege lata - Rechtsmittel gegen Beschlüsse nach 171b GVG - Weitreichender Ausschluss der Öffentlichkeit bei Sexualdelikten und Bagatelldelikten - Ausschluss der Öffentlichkeit von den SchlussanträgenE. Überlegungen zu 171b GVG de lege ferendaDie Rechts- und Interessenlage in anderen Prozessarten - Wertungswidersprüche zu vergleichbaren Normen - Das Verhältnis von 171b GVG zu anderen Zeugen- und Opferschutzmaßnahmen - Rechtsvergleichende Betrachtung der Norm - Kritikpunkte an der aktuellen Gesetzeslage - Entwurf eines neuen 171b GVGF. ZusammenfassungLiteratur- und Stichwortverzeichnis Florian Zenger studied law and political science in Munich as well as criminology and mediation in Hamburg and Hagen. Following his law studies, he completed his legal clerkship in Munich, followed by work as a research assistant at the Institute for Criminal Law at the Ludwig Maximilian University of Munich. After working as a public prosecutor, Dr Zenger switched to the legal profession as a lawyer specialized in criminal law. At the same time, Dr Zenger regularly worked as a lecturer in criminal law at the University of Munich. Since the end of 2023, Dr Zenger is professor at the Baden-Württemberg Police University.



