Description
Journalismus und Datenschutz befinden sich in einem fundamentalen Spannungsverhältnis. Angesichts der aktuellen Entwicklungen ist der Bedarf eines funktionierenden Regelungskonzepts beider Rechtspositionen wohl bedeutender denn je. Diesen konzeptionellen Ausgleich bildet das datenschutzrechtliche Medienprivileg. Im Schwerpunkt untersucht die Arbeit die Reichweite der Bereichsausnahme. Ferner werden bestehende Kohärenzprobleme zwischen dem europäischen und dem nationalen Recht aufgezeigt. »The Media Privilege under Data Protection Law«: Journalism and data protection are fundamentally at odds with each other. In view of current developments, the need for a functioning regulatory concept for both legal positions is probably more important than ever. This conceptual balance is provided by the journalistic exemption in data protection law. The thesis focuses on the scope of the exception. It also identifies existing coherence problems between European and national law. A. Einführung Problemaufriss - Gang der UntersuchungB. Entwicklung des Medienprivilegs im DatenschutzrechtskontextErste Zeitspanne: 1970 - 1982 - Die Ursprünge des Datenschutzrechts - Zweite Zeitspanne: 1983 - 1994 - Die ersten verfassungsrechtlichen Einflüsse - Dritte Zeitspanne: 1995 - 2001 - Die ersten europäischen Einflüsse - Vierte Zeitspanne: 2001 - 2017 - Die Einflüsse vor dem heutigen MedienprivilegC. Rechtlicher Rahmen für das aktuelle MedienprivilegEuropäischer Rechtsrahmen - Nationaler RechtsrahmenD. Reichweite des Medienprivilegs Journalistische Zweckbindung als Konstitutivmerkmal - Klassischer Journalismus - Graswurzel-JournalismusE. Verfassungsrechtlicher Rahmen Schutzbereiche der kollidierenden Grundrechte - Kollision und Abwägung der Schutzgüter - Ausstrahlungswirkung der GrundrechtsebenenF. Kohärenzprobleme zwischen unionalem und nationalem Recht Vereinbarkeit mit höherrangigem Europarecht - Art. 6 Abs. 1 Satz 1 lit. f) DS-GVO als Substitut - Vereinbarkeit des nationalen Medienprivilegs mit den unionalen Vorgaben - StellungnahmeG. Reformbedürfnis und LösungsvorschlägeAbkehr vom Unternehmensbegriff - Schaffung einer Ausgleichsnorm auf Grundlage von Art. 85 Abs. 1 DS-GVO - Überarbeitung des medialen Aufsichtskonzepts im Datenschutzbereich - Überarbeitung des Pressekodex - Vereinheitlichung der Bereichsausnahme - Verortung einer vereinheitlichten Bereichsausnahme - Einhalten von SorgfaltspflichtenH. Zusammenfassung und ThesenLiteratur- und Stichwortverzeichnis Merle Steinhuber studied law at the Humboldt University in Berlin and the Luiss University in Italy. After the successful completion of the 1st state law examination, she worked in an international law firm and became a doctoral candidate at the University of Potsdam. Parallel to her doctorate she worked as an academic assistant at the faculty for media law for Prof. Schladebach LL.M.. Merle Steinhuber is currently a trainee lawyer at the Kammergericht Berlin with previous stations at the Federal Ministry for Economic Affairs and Climate Action and a commercial law firm.



