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Crowdworker stehen als Soloselbststandige außerhalb des klassischen Arbeitsrechts. Zur Herbeiführung angemessener Arbeitsbedingungen steht ihnen die entwicklungsoffen formulierte Koalitionsfreiheit nach Art. 9 Abs. 3 GG offen. Daraus folgt zwar kein Recht zum Abschluss normativ wirkender Tarifverträge, wohl aber schuldrechtlicher Kollektivvereinbarungen. Diese sind mit atypischen Arbeitskampfmaßnahmen erstreitbar und stehen mit dem Kartellrecht sowie den europäischen Grundfreiheiten in Einklang. »Freedom of Association and Crowdwork. On the Collectivisation of Interests of Self-Employed Crowdworkers without Employees«Self-employed without employees, crowdworkers are excluded from the scope of classic labour law. As a means for inducing adequate working conditions for crowdworkers, the freedom of association (Art. 9 Abs. 3 GG) is considered and, though it does not provide them with the right to conclude collective agreements under the TVG, they can conclude collective agreements under the BGB and employ atypical industrial disputes without contradicting competition law or the European fundamental freedoms. 1. GrundlagenEinführung - Formen und Verbreitung von Crowdwork2. Crowdwork als rechtliches PhänomenRechtliche Einordnung von Crowdworkern - Rechtsrahmen für soloselbststandige Crowdworker de lege lata - Internationales Crowdwork - Ergebnisse des Zweiten Teils3. Interessenkollektivierung soloselbstständiger CrowdworkerVerfassungsrechtlicher Rahmen - Kollektivmaßnahmen abseits klassischer Tarifvertrage - Kartellrechtliche Grenzen kollektiver Maßnahmen - Grenzziehung durch europaische Grundfreiheiten4. SchlussZusammenfassung der Ergebnisse - SchlussbetrachtungLiteratur- und Sachwortverzeichnis Jan Armin Gärtner studied law at the Georg-August-University Goettingen and at the National University of Ireland in Galway. He completed his doctoral thesis as a research associate at the Institute of Labour Law under Prof. Dr. Rüdiger Krause in Goettingen. He completed his legal clerkship in the district of the Higher Regional Court in Braunschweig with stations at the Federal Ministry of Labor and Social Affairs in Berlin and at a commercial law firm in Hamburg. He works as a judge in Göttingen since 2021. »In Summe wird bei der Lektüre des Werks jedenfalls deutlich, dass die Kollektivierungstendenzen im Bereich der Plattformökonomie noch in den Kinderschuhen stecken und Anpassungen des geltenden rechtlichen Rahmens wohl geboten sind. Wissenschaftlich fundierte und kritische Auseinandersetzungen wie die vorliegende Dissertation von Jan Armin Gärtner, welche nicht nur strukturelle Konfliktlagen, sondern auch gekonnt Lösungsansätze aufzeigen, leisten hier zweifelsohne einen äußerst wichtigen Beitrag zur Diskussion und Weiterentwicklung der Materie. Das rezensierte Werk kann daher uneingeschränkt empfohlen werden.« Sophie Schwertner, in: Das Recht der Arbeit, 1/2022



