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Description
Die revolutionären Umbrüche von 1989/1991 veränderten Europa fundamental. Noch während die Ereignisse in vollem Gange waren, gewannen einzelne Bilder und Motive eine enorme Symbolkraft und bildeten sich erste Meistererzählungen heraus. Bewusst inszeniert oder kommunikativ gewachsen, entfalten sie ihre Wirkung bis heute. Bildgedächtnisse und kontroverse Erinnerungsorte des Umbruchs von 1989/91 Die revolutionären Umbrüche von 1989/1991 veränderten Europa fundamental. Noch während die Ereignisse in vollem Gange waren, gewannen einzelne Bilder und Motive eine enorme Symbolkraft und bildeten sich erste Meistererzählungen heraus. Bewusst inszeniert oder kommunikativ gewachsen, entfalten sie ihre Wirkung bis heute. Auch blieben sie in den vergangenen 30 Jahren stark umkämpft. Unser heutiges Verständnis und unser heutiger Umgang mit den Ereignissen von 1989/1991 ist entscheidend von den Repräsentationen und Deutungen der letzten 30 Jahre geprägt. Der vorliegende Band thematisiert diese unterschiedlichen und wechselhaften Sinnstiftungen des Umbruchs von 1989/1991 in europäisch-vergleichender Perspektive. Beginnend mit einer kritischen Hinterfragung des Revolutionsbegriffs werden die Genese der Bildgedächtnisse sowie kontroverse Erinnerungsorte und aktuelle geschichtspolitische Instrumentalisierungen der Umbrüche von 1989/1991 in Deutschland, Bulgarien, Litauen, Polen, Rumänien und der Tschechoslowakei beleuchtet. Jörg Ganzenmüller war von 2014 bis 2025 Vorstandsvorsitzender der Stiftung Ettersberg und ist seit 2025 Direktor des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung sowie Inhaber der Professur für Totalitarismusforschung an der TU Dresden. Seine Forschungsschwerpunkte sind u. a. die Geschichte des Nationalsozialismus, der SED-Diktatur und des deutschen Vereinigungsprozesses sowie die Erinnerung an Diktatur und Krieg im Europa des 20. Jahrhunderts. Ralph Jessen ist Professor für Neuere Geschichte an der Universität zu Köln. Axel Doßmann ist promovierter Historiker und arbeitet zur Medien- und Kulturgeschichte von Rassismus, Nationalsozialismus und Kommunismus und ihrer historischen Aufklärung in der Öffentlichkeit. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Institut der FSU Jena forscht und lehrt er zu frühen Interviews mit Überlebenden der Shoah, zur Visual History von Arbeit, Glück und Revolution und zum Wandel von Zeugenschaft durch Film, Video und KI. Petra Mayrhofer ist Zeithistorikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien. Martina Baleva ist Kunst- und Bildhistorikerin und FAG-Stiftungsprofessorin für Kulturelle Topgraphien Osteuropas im 19. und 20. Jahrhundert an der Universität Basel. Rainette Lange ist Literaturwissenschaftlerin und war Doktorandin am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam. Derzeit ist sie für die Bundestagsfraktion Bündnis90/Die Grünen tätig.
Ekaterina Makhotina war 2011-2016 Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Abteilung für Geschichte Ost- und Südosteuropas der LMU München und ist seit April 2016 wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für osteuropäische Geschichte der Universität Bonn.
Dr. Alexander Leistner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig. Dort verantwortet er die beiden Teilprojekte des BMBF-Forschungsverbundes "Das umstrittene Erbe von 1989". Er studierte Soziologie, Erziehungswissenschaft und Evangelische Theologie an der TU Dresden und arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter zunächst im Sächsischen Landtag und zwischen 2012 und 2018 am Deutschen Jugendinstitut (DJI). Er promovierte 2014 und erhielt 2016 für die Arbeit "Zur Entstehung und Stabilisierung sozialer Bewegungen. Eine historische Soziologie der unabhängigen Friedensbewegung in der DDR" den "Max Weber Preis für Nachwuchsforschung". Er ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) und dort in den Fachsektionen Politische Soziologie, Kultursoziologie und Religionssoziologie. Seine Forschungsschwerpunkte sind Kultursoziologie, Soziologie der Gewalt, Soziologie sozialer Bewegungen und politisch-historische Bildung. Jörg Ganzenmüller war von 2014 bis 2025 Vorstandsvorsitzender der Stiftung Ettersberg und ist seit 2025 Direktor des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung sowie Inhaber der Professur für Totalitarismusforschung an der TU Dresden. Seine Forschungsschwerpunkte sind u. a. die Geschichte des Nationalsozialismus, der SED-Diktatur und des deutschen Vereinigungsprozesses sowie die Erinnerung an Diktatur und Krieg im Europa des 20. Jahrhunderts.


