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Description
"Ich bin des Tages Kind, vom Augenblick geküsst" ist die Biografie meiner Großmutter Leonie Carstensen (1916-2015)Aus dem Klappentext:Sie wächst auf in ländlicher Idylle am Bodensee, wird in den 1930er Jahren mitgerissen von der nationalsozialistischen «Bewegung», übersiedelt zeitweilig der Liebe wegen nach Flensburg, kehrt nach dem Krieg zurück in ihre Heimatstadt Radolfzell und engagiert sich im Rentenalter als Sozialdemokratin im dortigen Gemeinderat. Sie bringt in zwei glücklosen Ehen fünf Kinder zur Welt, lässt sich zweimal scheiden und bleibt danach für den langen Rest ihres Lebens - wie man heute sagen würde - «bekennende Single»: bindungslos und selbstbestimmt, unermüdlich teilnehmend am sozialen und kulturellen Leben ihrer Stadt, zuhause umgeben von den stumm-beredten Zeugen einer lebenslangen Leidenschaft: ihren Büchern. Als Leonie C. 2015 im Alter von 99 Jahren stirbt, hinterlässt sie dem Enkel ihren gesamten schriftlichen Nachlass. Zehn Jahre später legt er in drei Bänden ihre Biografie vor.Das Erste Kapitel erzählt von Leonies Kindheit und Jugend auf der Höri und im Radolfzell der Weimarer Republik. Kapitel II spürt den intellektuellen Verirrungen ihrer Adoleszent nach, die unterm Einfluss Nietzsches und einschlägiger «Blut-und-Boden-Literatur» nach kurzer erster Ehe in der schicksalhaft-toxischen Bindung an den SS-Mann Kurt Carstensen gipfeln. Kapitel III schließlich berichtet von den letzten Flensburger Jahren, dem Zusammenbruch von Ehe und Reich, der äußerlich wie innerlich turbulenten Nachkriegszeit bis zur Rückkehr nach Radolfzell zu Beginn der Adenauer-Ära. Tim Schneider, geboren 1964 in Radolfzell am Bodensee, studierte zunächst Klavier in Stuttgart und Basel, später Philosophie, Musikwissenschaft und Linguistik in Köln. Seit 1999 lebt er als freier Autor, Übersetzer und Musiker in Berlin. Er veröffentlichte mehrere Romane und Erzählungen, darunter Die Zelle (2013), Klänge in Gegend (2015) und Landpartie (2022), sowie zwei Bände Kurzprosa: Alte Spiele (2015). und Das mit den Tieren (2021). Für seine Übersetzung von Matti Friedmans Spies of no Country, erschienen 2022 bei Hentrich&Hentrich als Spione ohne Land, wurde Tim Schneider mit einem Förderpreis des Deutschen Übersetzerfonds ausgezeichnet.



