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Description
(Text)
Die Vorstellung, der Arbeit entscheidenden erziehlichen Wert zuzusprechen, reicht bis zum Beginn der Neuzeit zurück. Vor allem von der Handarbeit wurde ein gewichtiger Beitrag für die Erziehung erwartet. Protestantische, sensualistische, utilitaristische und staatspolitische Motive bilden den argumentativen Hintergrund, welcher bei der Entwicklung des modernen Schulsystems im 19. Jahrhundert der Einführung von "Arbeit" in der Schule pädagogische Brisanz verlieh. Die Diskussion über Arbeit und Arbeitsschule trug zur Ausdifferenzierung des Bildungssystems in einen elementarbildenden Bereich und in eine berufsbildende Richtung bei und leistete als Schulkritik einen Beitrag zur didaktischen Innovation. Über den Arbeitsbegriff wurden auch - wie anhand der Schweizerischen Schulgeschichte dargelegt werden soll - die Gegensätze zwischen Kirche und Weltlichkeit, zwischen Glauben und Wissen ausgetragen.
Im zweiten Teil werden - nach dem Abriss der Geschichte der Arbeitsschule vor der reformpädagogischen Arbeitsschulbewegung der Jahrhundertwende - Georg Kerschensteiners Vorstellungen mit dieser Tradition konfrontiert. Speziell hervorgehoben werden insbesondere zwei Aspekte des Kerschensteiner'schen Arbeitsbegriffs: Einerseits der Einfluss der arts&crafts-Bewegung und des Deutschen Werkbundes, welcher Kerschensteiners Vorliebe für das Handwerkliche in einen ästhetisch-ethischen Kontext rückt, andererseits die Bedeutung der Lebensphilosophie Georg Simmels für die bildungstheoretischen Implikationen.
Zuletzt wird der Ertrag der historischen Perspektive auf die heutige Berufspädagogik angewendet. Der zentrale Begriff der "Qualifikation" belässt gegenüber der klassischen Berufsbildungsdiskussion die Rolle der Bildung und der schulischen Wissensvermittlung im kaum reflektierten Abseits.
(Table of content)
Aus dem Inhalt: Arbeit als Erziehung zur Glückseligkeit und Nützlichkeit - Pestalozzi - Hanharts Arbeitsschule (1828) - Arbeit zwischen Schulkritik und Schulreform - Thomas Scherrs umfassende Schulentwicklung - Diesterweg - Herbartianismus und Handfertigkeit. Kerschensteiners Umgestaltung der Fortbildungsschulen. Kunst und Handwerk. Kerschensteiners Arbeitsschule. Leben und Form. Zur Qualifikationsdiskussion.
(Review)
"Die von Philipp Gonon vorgelegte Arbeit zeichnet sich durch eine Reihe von Vorzügen aus, die in dieser Vielfalt selten sind. Besonders fällt die strukturiende Kraft auf, durch welche des dem Verf. ... gelingt, neugewonnene Erklärungsmuster und typologische Grundstukturen zu skizzieren." (Rolf Arnold, Zeitschrift für Berufs- und Wirtschaftspädagogik)
"Die Arbeit øverdient! höchste Beachtung, denn sie wirkt der weit verbreiteten Geschichtslosigkeit der heutigen Berufbildungsforschung entgegen und führt anhand eines der zentralen Themen der neueren Erziehungsgeschichte aus dem engen Darstellungs- und Argumentationszirkel heraus, in dem sich die ideegeschichtliche Forschung seit Jahrzehnten befindet." (Michael Knoll, Bildung und Erziehung)
"Die vorliegende 'Arbeit' von Gonon ist...zweifellos ein gewichtiger Beitrag zur Erforschung der Schulpädagogik." (Carlo Jenzer, Bildungsforschung und -praxis)
(Author portrait)
Der Autor: Philipp Gonon wurde 1955 in Flensburg (D) geboren. Studium von 1974 bis 1982 an den Universitäten Fribourg, Berlin und Zürich, in den Fächern Jus, Pädagogik, Journalistik und Ethnologie. Seit 1985 wissenschaftlicher Assistent am Pädagogischen Institut der Universität Bern.



