Gewalt und Gewalten : Zur Ausübung, Legitimität und Ambivalenz rechtserhaltender Gewalt (2012. X, 354 S. 231 mm)

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Gewalt und Gewalten : Zur Ausübung, Legitimität und Ambivalenz rechtserhaltender Gewalt (2012. X, 354 S. 231 mm)

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  • 商品コード 9783161517907

Full Description

Die Herausforderung durch neue Formen nationaler und transnationaler kriegerischer und krimineller Gewalt stellt die klassischen Grenzen zwischen außerstaatlichem Gewaltumgang in zwischenstaatlichen Kriegen und innerstaatlicher Gewaltbegrenzung in Frage, damit aber auch Aufgabenzuschreibungen, Selbstverständnis und Struktur der Organisationen des staatlichen Gewaltmonopols: Nationalstaatliches Militär hat es mehr und mehr mit polizeilichen Aufgaben im Rahmen von Friedenssicherungs- oder -konsolidierungsmissionen zu tun; innerstaatliche Polizei kommt durch die Terrorismusabwehr plötzlich mit Gegnern von außen, "Feinden", in Berührung.
Ethisch gesehen bedarf es zur Bewältigung der neuen Herausforderungen an die Gestaltung des inner- wie zwischenstaatlichen Friedens einer Kriteriologie, die den Problemlagen des Gewaltgebrauchs durch die unterschiedlichen Gewalten gerecht wird, an die klassischen Gewalteinhegungstheorien sowie an plurale Begründungskontexte anschlussfähig ist und dabei die Ambivalenz und Problematik jedes Gewaltumgangs nicht vernachlässigt. Eine solche Kriteriologie liegt in der Figur einer - maßgeblich durch Beiträge Hans-Richard Reuters geprägten - "Ethik rechtserhaltender Gewalt" vor, die den Fokus bildet, um den dieser Band gruppiert ist.
Die Grundidee dieses Konzepts besteht in der Vorstellung, dass physische Gewalt auch als ultima ratio nur in dem Maße akzeptabel sein kann, in dem sie den Rechtszustand einsetzt oder erhält, wobei dieser Rechtszustand vorrangig als Rechtsidee verstanden wird, die den Bestand der Prinzipien von Menschenwürde und Menschenrechten umfasst und diejenige gleiche Anerkennung und wechselseitige Erwartungssicherheit ermöglicht, die Konflikte und Interessengegensätze gewaltfrei zu regeln erlaubt.

Contents

Torsten Meireis: Einleitung

Ausübung rechtserhaltender Gewalt
Hans-Richard Reuter: Terrorismus und rechtserhaltende Gewalt. Grenzen des Antiterrorismus aus ethischer Sicht - Albert A. Stahel und Claudine Nick-Miller: Afghanistan, ein Morast aus Terroristen, Kriminellen und Lügen - Paul Klein und Gerhard Kümmel: Zwischen Rechtserhaltung und Nicht-Rechtserhaltung: Gewalt als Wesensmerkmal militärischer Organisationen - Rafael Behr: Rechtserhaltende Gewalt als Zentrum polizeilicher Organisationskultur? - Werner Schiewek: Die 'Freund-Feind-Unterscheidung' und die polizeiliche Arbeit - Dieter Baumann: Gibt es den moralisch und rechtlich unschuldigen, ungerechten Angreifer? Gedanken zum Militär als Rechtsdurchsetzungsinstitution im Spannungsfeld von Gerechtigkeit, Recht, Strategie und Verantwortung - Ulrike Wagener: Heroismus als moralische Ressource rechtserhaltender Gewalt? Ethische Reflexionen zu heroischen und postheroischen Elementen in der polizeilichen Organisationskultur - Gerhard Beestermöller: Das absolute Folterverbot: Fehlentwicklung oder Fortschritt?

Legitimität und Ambivalenz rechtserhaltender Gewalt
Torsten Meireis: Die Realität der Gewalt und die Hoffnung auf Frieden. Perspektiven des christlichen Umgangs mit Gewalt - Joachim von Soosten: Feindesliebe. Konstellationen einer Grenzmoral - Wolfgang Huber: Legitimes Recht und legitime Rechtsgewalt in theologischer Perspektive - Wolfgang Lienemann: Verbrechen und Strafe. Zur Rechtfertigung rechtserhaltender Gewalt - Friederike Barth: Widerstehende Gewalt. Das Beispiel Dietrich Bonhoeffer

Parameter rechtserhaltender Gewalt
Wolfgang Bock: Justiz als staatliche Gewalt. Ein Beitrag zu einer allgemeinen Rechtslehre - Karl Gabriel: Zivilgesellschaft und rechtserhaltende Gewalt - Eva Senghaas-Knobloch: Die Lücke der Rechtsbefolgung in der sozialen Dimension der Globalisierung