Description
Wirtschaftlicher Niedergang, währungspolitische Unsicherheit und ein ambivalentes Verhältnis zu Europa - um diese zentralen Herausforderungen kreiste die Debatte über die britische Teilnahme am Europäischen Währungssystem (EWS) 1979-1990. Sie markierte eine Richtungsentscheidung zwischen geldpolitischer Eigenständigkeit und engerer Bindung an die europäische Integration angesichts tiefgreifender Umbrüche.
Auf Basis neu freigegebener britischer und deutscher Archivbestände untersucht die Studie, wie wirtschafts- und europapolitische Motive, monetaristische Konzepte und symbolische Deutungen des Pfunds die EWS-Politik prägten. Sie zeigt, wie Verhandlungen um die Wirtschafts- und Währungsunion 1988 nationale Identität und Souveränität ins Zentrum rückten und analysiert bislang übersehene Akteure wie Labour Party, Bank of England und Wirtschaftsverbände.
An der Schnittstelle von Politik- und Wirtschaftsgeschichte hinterfragt die Studie gängige Zäsuren und Annahmen eines britischen Exzeptionalismus, dekonstruiert die Trennung von Ökonomie und Politik und berücksichtigt die kulturelle Dimension von Geld. Das eröffnet neue Perspektiven auf die Geld- und Währungspolitik, die europäische Integration und deren langfristigen Konfliktlinien.
Juliane Clegg, Universität Stuttgart, Deutschland
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