Description
Frank Grunert, Friedrich Vollhardt (Hrsg.)
Historia literaria
Neuordnungen des Wissens im 17. und 18. Jahrhundert
2007. XI, 278 S., 1 schwarz-weiße Abbildung,
ISBN 978-3-05-004284-8
Unter dem Titel Historia literaria wurde im 17. und 18. Jahrhundert Gelehrsamkeitsgeschichte betrieben. Erklärtes Ziel war es, Ursprung und Fortgang der Gelehrsamkeit von den Anfängen bis zur Gegenwart nachzuvollziehen. Dabei sollte einerseits vergangenes Wissen präsent gehalten werden, andererseits ging es in propädeutischer Absicht darum, durch Auswahl des Wissenswerten den Zugang zu den Wissenschaften zu erleichtern. Die Kompendien der Historia literaria erschlossen, ordneten, speicherten und vermittelten Wissen und wurden so zu einem bedeutenden Medium der gelehrten Selbstverständigung. Seine Vielgestaltigkeit und Komplexität entspricht dem Zeitraum zwischen Späthumanismus und Spätaufklärung, in dem die Gelehrtenrepublik sich mit Hilfe der Historia literaria fortlaufend selbst reflektierte. Der vorliegende Sammelband untersucht Programme und Praktiken der Historia literaria, er rekonstruiert verschiedene Formen ihrer Ausführung und vergleicht sie mit benachbarten Phänomenen.
Mit Beiträgen von Martin Gierl, Frank Grunert, Ralph Häfner, Herbert Jaumann, Sicco Lehmann-Brauns, Hanspeter Marti, Guido Naschert, Merio Scattola, Ulrich Johannes Schneider, Anette Syndikus, Dirk Werle und Helmut Zedelmaier
Pressestimmen
"Die 'Historia' sollte nützen und erfreuen, sie sollte Vorurteile bekämpfen und den Vestand verbessern [...] Der Vorsatz der Herausgeber, die Geschichte dieser Geschichte zu schreiben, wird zur rechten Zeit erfüllt, da wir als Bürger des 21. Jahrhunderts, computergewohnt und listenversiert, die Anstrengungen der Gelehrten, die diese Kompendia produzierten, uns kaum noch vorzustellen, viel weniger zu würdigen in der Lage sind. Der Sammelband [...] ist seiner Aufgabe bestens gewachsen. Die elf Beiträger (zuzüglich Vor- und Nachwort der Herausgeber) beschreiben die gelehrten Bemühungen um diese Vollständigkeit anstrebende Geschichte der Gelehrsamkeit mit großer Sorgfalt, bewundernswürdigem Detailwissen und mit stilistischer Klarheit [...].
Unter dem Titel Historia literaria wurde im 17. und 18. Jahrhundert Gelehrsamkeitsgeschichte betrieben. Erklärtes Ziel war es, Ursprung und Fortgang der Gelehrsamkeit von den Anfängen bis zur Gegenwart nachzuvollziehen. Dabei sollte einerseits vergangenes Wissen präsent gehalten werden, andererseits ging es in propädeutischer Absicht darum, durch Auswahl des Wissenswerten den Zugang zu den Wissenschaften zu erleichtern. Die Kompendien der Historia literaria erschlossen, ordneten, speicherten und vermittelten Wissen und wurden so zu einem bedeutenden Medium der gelehrten Selbstverständigung. Seine Vielgestaltigkeit und Komplexität entspricht dem Zeitraum zwischen Späthumanismus und Spätaufklärung, in dem die Gelehrtenrepublik sich mit Hilfe der Historia literaria fortlaufend selbst reflektierte. Der vorliegende Sammelband untersucht Programme und Praktiken der Historia literaria, er rekonstruiert verschiedene Formen ihrer Ausführung und vergleicht sie mit benachbarten Phänomenen. Mit Beiträgen von Martin Gierl, Frank Grunert, Ralph Häfner, Herbert Jaumann, Sicco Lehmann-Brauns, Hanspeter Marti, Guido Naschert, Merio Scattola, Ulrich Johannes Schneider, Anette Syndikus, Dirk Werle und Helmut Zedelmaier 1;Inhaltsverzeichnis;6
2;Einleitung;8
3;I. KONZEPTE UND PROGRAMME;14
3.1;Die Anfänge der Historia literaria im 17. Jahrhundert;16
3.1.1;I.;19
3.1.2;II.;27
3.1.3;III.;40
3.2; Historia literaria als historia pragmatica ;50
3.2.1;I. Die praktische Aufgabe der Historia literaria;50
3.2.2;II. Der Begriff der Historia pragmatica in der Historia literaria;55
3.2.3;III. Die prudentielle Geschichte der Frühen Neuzeit;63
3.2.4;IV. Die topologische Ordnung in der prudentiellen Geschichte;65
3.2.5;V. Eine historische oder genetische Ordnung?;72
3.3;Von guten Büchern;78
3.3.1;I.;82
3.3.2;II.;87
3.3.3;III.;91
3.3.4;IV.;97
3.4;Zwischen Fortschrittsgeschichte und Erfindungskunst;102
3.4.1;I. Leibniz und der Wissenschaftsfortschritt;102
3.4.2;II. Wolff und die Erfindungskunst;107
4;II. PRAKTIKEN UND AUSFÜHRUNGEN;114
4.1;Historia literaria und Formen gelehrter Sammlungen, diesseits und jenseits von Periodizität;116
4.2;Historia literaria;126
4.3;Neukonturierung und methodologische Reflexion der Wissenschaftsgeschichte;142
4.3.1;I. Historia literaria als Forschungsdesiderat Christian Thomasius;144
4.3.2;II. Methodologische Fundierung philosophische Eklektik und philologische Kritik;148
4.3.3;III. Einteilung der Historia literaria der Aufbau des litterär- geschichtlichen Lehrbuchs;151
4.3.4;IV. Neukonturierung der Anfänge der Historia literaria die Erfindung der Schrift;157
4.3.5;V. Historia literaria als temporales Entwicklungsgeschehen;167
4.4;Interkonfessioneller Wissenstransfer in der Zeit der Spätaufklärung;174
4.4.1;I.;176
4.4.2;II.;186
4.4.3;III.;198
5;III. ALTERNATIVEN UND SACHLICHE NACHBARSCHAFTEN;204
5.1;Eine überflüssige Bibliothek?;206
5.1.1;I.;207
5.1.2;II.;219
5.1.3;III.;223
5.2;Literarische Zimelien;226
5.3;Wissensordnungen und ihre Narrativierung in Jean Jacques Barthélemys Voyage du jeune Anacharsis en Grèce;244
5.3.1;I. Jean Jacques Barthélemy und die Entstehung des;247
5.3.2;II. Der narrative Grundriß des;251
5.3.3;III. Die Bibliothek eines Atheners als Litterärgeschichte;255
5.3.4;IV. Der Anacharsis als Kompendium;259
5.3.5;V. Aspekte der Wirkungsgeschichte;264
5.3.6;Anhang: Synopse zur Reise des jungen Anacharsis durch Griechenland;272
6;IV. EPILOG;276
6.1;Anmerkungen zur Geschichte der Gelehrsamkeit;278
7;ANHANG;284
7.1;Namenverzeichnis;286 Dr. Frank Grunert arbeitet am Interdisziplinären Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. "Die 'Historia' sollte nützen und erfreuen; sie sollte Vorurteile bekämpfen und den Vestand verbessern [...] Der Vorsatz der Herausgeber, die Geschichte dieser Geschichte zu schreiben, wird zur rechten Zeit erfüllt, da wir als Bürger des 21. Jahrhunderts, computergewohnt und listenversiert, die Anstrengungen der Gelehrten, die diese Kompendia produzierten, uns kaum noch vorzustellen, viel weniger zu würdigen in der Lage sind. Der Sammelband [...] ist seiner Aufgabe bestens gewachsen. Die elf Beiträger (zuzüglich Vor- und Nachwort der Herausgeber) beschreiben die gelehrten Bemühungen um diese Vollständigkeit anstrebende Geschichte der Gelehrsamkeit mit großer Sorgfalt, bewundernswürdigem Detailwissen und mit stilistischer Klarheit [...]. Gerhild Scholz Williams in: literaturkritik.de, 11. November 2007 "[Es] fällt auf, dass verschiedene Beiträge eine gewisse Unzufriedenheit mit der lange Zeit mangelnden Beachtung der Gelehrtengeschichte in der jeweiligen Zunft artikulieren. [...] Gerade der vorliegende Band dürfte jedoch in jedem Fall dazu beitragen, der Historia literaria wieder eine angemessene Aufmerksamkeit als grundlegendem Bestandteil vormoderner Wissensordnungen zu sichern. Die Lektüre des Bandes macht insofern bereits gespannt auf die Folgepublikation zum Thema 'Erschließen und Speichern von Wissen in der Frühen Neuzeit'." Marian Füssel in: H-Soz-u-Kult, 4. Dezember 2008 "Insgesamt wird der Band seinem Vorhaben, die unterschiedlichen Erscheinungsformen des Phänomens Historia literaria erstmals systematisch zu vermessen und auf Desiderate aufmerksam zu machen, vorbildlich gerecht; er hat damit richtungsweisende Funktion." Flemming Schock in: Zeitschrift für Historische Forschung, 36 (2009) 2 "Der Bogenschlag von Konzepten über Praktiken zu Alternativen und Nachbarschaften trägt und lässt ein facettenreiches Gesamtbild entstehen, bei dem sachliche Fundierung und methodische Reflexion vorbildlich zusammengreifen." Jörg Wesche in: Zeitschrift für philologische Forschung, 129 (2010) 2



