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Description
Der Titel des Buches deutet an, daß die Gesten und Gebärden in der Kunst nicht isoliert, sondern in einem weiteren Zusammenhang des Politischen erschlossen werden sollen. In der historischen Forschung deutet sich eine Tendenz an, den politischen Raum weniger durch eine habituelle, nahezu magizistisch aufgeladene Gestensprache bestimmt zu sehen; vielmehr werden bedeutungsgeladene Gesten eher aus bestimmten Anlässen entwickelt oder auch wie Vertragsbestandteile zwischen Parteien ausgehandelt und vereinbart.
Gegenüber den so ergiebigen Forschungen der historischen Anthropologie bleibt es eine kunsthistorische Aufgabe, die Gesten und Gebärden auf gemalten oder gemeißelten Bildern in einem eigenen Funktionszusammenhang wirksam zu sehen, der nicht ohne weiteres kongruent ist mit den Gesten und Ritualen, die in der Wirklichkeit ausgetauscht werden.
In den Beiträgen werden nicht Beispiele einer speziellen Gesten- oder Gebärdenanalyse geboten, sondern diese sind eingespannt in Motivationslagen, die man als Ausdruck eines politischen Gebarens beschreiben kann. Aus dem Inhalt:
Henning Ritter: Die Krise des Helden. Der Ruhm und die großen Männer im Ancian Régime
Michael Diers: Affekt und Effekt. Über das Zusammenspiel von Körpersprache und Bildrhetorik bei Velázquez - eine Beobachtung am Rande
Petra Roettig: Politischer Kehraus. Der Besen als Symbol von Krisenbewältigung
Dietrich Schubert: Revanche oder Trauer über die Opfer? Kolbe versus Barlach - ein Soldaten-"Ehrenmal" für die Stadt Stralsund 1935
Burgu Dogramaci: Im Dienste Atatürks. Deutschsprachige Architekten und Bildhauer in der Türkei
Joachim Buttler: Von Melles Auge. Ein Denkmalsturm an der Hamburger Universität. Fundstücke: Der Reformentwurf des Kronprinzen Friedrich Wilhelm (später Kaiser Friedrich III.) Prof. Dr. Martin Warnke ist emeritierter Professor für Kunstgeschichte an der Universität Hamburg. 1990 erhielt er den Leibniz-Preis, 2006 wurde er mit dem Gerda Henkel Preis ausgezeichnet. "Das klug geschriebene Buch (...) gewinnt mit Exkursen zur Denkmalspolitik im 'Dritten Reich', in der BRD und der DDR bis zur Gegenwart zustzlich an Format." Eckart Dietzfelbinger in: Das Parlament (Beilage Aus Politik und Zeitgeschichte, 12.9.05)



