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Description
Die ersten christlichen Flurdenkmäler waren Holzkreuze, einfache Steinkreuze und Bildbäume. Der klassische Bildstock, der erstmals in der frühen Gotik um 1300 auftritt, besteht aus einem Schaft, auf dem ein Gehäuse sitzt. Dazwischen befindet sich meist ein vortretendes Gesims (auch Kragenplatte genannt). Das Gehäuse, das etwas unglücklich als Tabernakel bezeichnet wird, kann offen sein (für die Aufnahme eines Lichtes oder einer Heiligenfigur) oder ist als Block ausgebildet. Dieser kann mit Reliefs geschmückt sein oder Nischen mit Malereien besitzen.
Anfangs gab es bemalte Holz- oder Blechtafeln, die so gut wie nirgends mehr erhalten sind. Den oberen Abschluss des Bildstocks bildete ein Steinkreuz, das später meist durch ein Metallkreuz ersetzt wurde. Eine andere häufige Form ist der Breitpfeiler, auch Kapellenbildstock genannt. Er hat querrechteckigen Grundriss, eine große Nische und einen Giebel (daher auch als Giebelbildstock bezeichnet). Im Gegensatz zur Wegkapelle ist er "nicht begehbar".
Die Errichtungsgründe waren ursprünglich Markierung von Wegkreuzungen, Weggabelungen (Scheidewegpfeiler), Grenzen und anderen "gefährlichen Orten". Der Bildstock hatte hier Schutz- und Wegweiserfunktion. Dazu kamen noch die Lichtsäulen auf den Friedhöfen oder über Pestgräbern. Auf den Feldern wurden Wetterkreuze zum Schutz gegen Unwetter errichtet. Eine traurige Funktion hatten die sogenannten Arme-Sünder-Kreuze. Hier verrichteten Verurteilte ihr letztes Gebet. Im Laufe der Geschichte wurden Bildstöcke aufgrund bestimmter Ereignisse errichtet. Hierher gehören die Schweden- und Türkenkreuze, aber auch ganz persönliche Errichtungsgründe. Das allgemein gebräuchliche Wort "Marterl" bezeichnet korrekt nur einen Ort, an dem ein Unglück passiert ist, sei es zum Gedenken für den Verunfallten oder als Dank für glücklichen Ausgang. Ab der Barockzeit wurden große monumentale Säulen errichtet, Dreifaltigkeitssäulen immer aus Dankbarkeit für das Erlöschen der Pest (das letzte große Pestjahr war 1713) und Mariensäulen als Zeichen der Gegenreformation. Der Kult um den heiligen Nepomuk kam im 18. Jh. auf. Das Urlauberkreuz sei noch erwähnt als Ort, wo Wallfahrer verabschiedet und wieder empfangen wurden. Auf andere Objekte wie Rote und Weiße Kreuze, Prangersäulen, Mausoleen, Karner etc. wird im Buchinneren eingegangen.
Ziel des Buches ist es, auch bei Menschen, die sich mit dieser Materie bisher nicht beschäftigt haben, das Interesse zu wecken, Dinge, an denen sie vielleicht bisher achtlos vorüber gegangen sind, wahrzunehmen und näher zu betrachten, sowie eventuell zu Ausflügen, Wanderungen und Besichtigungen anzuregen. Daher wurden Fachbegriffe, die den meisten geläufig sein werden, gleich an Ort und Stelle erklärt.
Hofrat Dr. Karin Hofbauer, geboren 1939 in Wien. Studium der Grund- und Integrativwissenschaften, parallel zur Lehrtätigkeit im Pflichtschulbereich. Danach Anstellung im Medienzentrum des Unterrichtsministeriums. Später Direktorin dieser Dienststelle mit den wesentlichen Aufgaben der Entwicklung, Herstellung und dem Vertrieb fachspezifischer audio-visueller Medien, Printmedien für Unterricht und Bildung, sowie der Fachzeitschrift "Sehen-Hören-Bilden". Nach der Pensionierung war das Interesse insbesonders an der Fotografie nicht erloschen und es entstanden etliche Fotodokumentationen und einige mit Text ergänzte Bildbände: "Lyrik im Grünen", "Meine liebenswerte Stadt Neulengbach", "Stätten der Einkehr und Besinnung" (ergänzend zur Fotogalerie) und "Erlebtes - Gefühltes - Erzähltes". Dr. Wolfgang Westerhoff, geboren 1952 in Wien. Promotion zum Doktor der Medizin 1977. Spitalsturnus in Krems. Ausbildung zum Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin am AKH in Wien. Anästhesist in Krems bis 2014. Schon sehr früh bestand ein lebhaftes Interesse an der Kunst, mit besonderem Augenmerk auf Kleindenkmäler. Bisherige Veröffentlichungen: "Karner in Österreich und Südtirol" (1989), "Bildstöcke in Wien" (1993), "Prangersäulen in Österreich" (1994), "Kremser Miniaturen" (1995), "Sgraffito in Österreich" (2009). Mitarbeit bei den Büchern "Andere Zeiten", Jubiläumsbuch 1100 Jahre Stiefern (2003) und "Klein- und Flurdenkmäler als Zeugen religiöser und profaner Kultur" (2018).



