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Description
Ein Denkmal für Walter Trier und alle Karikaturisten:
Karikaturen sind trotz ihrer weiten Verbreitung und Popularität beim Publikum nur selten Gegenstand kunsthistorischer Analysen. Das wurde bereits Anfang des 20. Jahrhunderts beklagt und daran hat sich bis heute nicht wirklich etwas geändert. Mit den Karikaturisten verhält es sich ähnlich, auch sie sind nur ausnahmsweise in den Fokus differenzierter Betrachtung geraten. Ach was - eigentlich so gut wie nie!
Beides möchte dieser Bildband nun ändern und zwar mit den Arbeiten eines ganz Großen dieses Fachs: Walter Trier. Dafür wurden einige seiner besten politischen Karikaturen aus allen Schaffensperioden zusammengetragen und auf ihren zeitgeschichtlichen Bezug zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hin untersucht.
Zugleich soll Trier mit dieser Zusammenstellung dem Vergessen entrissen werden, zu dem ihn die Nationalsozialisten einst verdammt haben. Als Vertreter einer Zunft, die vorrangig dem Hohn und Spott verpflichtet ist, wurde der Karikaturist Walter Trier zum Opfer dieser sehr besonderen Kunst. Denn die herrschende Kaste fürchtet nichts mehr, als ins Lächerliche gezogen zu werden. Zwischen 1933 und 1945 hatte sie die Macht, unliebsame Gegner zu inhaftieren, zu vertreiben, umzubringen oder - wie im Fall von Walter Trier - aus dem kollektiven Gedächtnis zu streichen und vergessen zu machen.Anlässlich seines 75. Todestages ist es an der Zeit, den Karikaturisten Walter Trier wieder zu entdecken und zu versuchen, neben ihm auch gleich noch der historischen deutschen Karikatur ein Denkmal zu errichten.
Dr. Antje M. Warthorst (Jg. 1965) gründete 2007 das Walter-Trier-Archiv in Konstanz. Es dient der Erforschung des Werkes von Trier, der kritischen Grafik im Allgemeinen und des Grotesken Realismus im Besonderen. Warthorst studierte Kunstgeschichte und Archäologie und zählt mittlerweile zu den besten Kennern der Arbeit von Walter Trier. Ihre Bücher über den Kästner-Illustrator sind in der Favoritenpresse erschienen. Walter Trier (1890-1951), geboren in Prag, studierte zunächst an der dortigen Kunstgewerbeschule und Kunstakademie, anschließend in München bei Franz von Stuck. Unmittelbar nach dem Examen wurde er nach Berlin abgeworben, wo er bis zu seiner Flucht vor den Nationalsozialisten 1936 glücklich lebte und arbeitete. Die Stationen seines Exils waren London, Toronto und schließlich Collingwood, Ontario, wo er 1951 in seinem Atelier verstarb.



