Sie hielten sich für frei : Die Deutschen 1933-1945

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  • 製本 Paperback:紙装版/ペーパーバック版
  • 商品コード 9783963174193

Description

Wenige Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, im Jahr 1952, bricht der deutschstämmige amerikanische Journalist Milton S. Mayer (1908-1986) zu einer Recherchereise in die mittelhessische Universitätsstadt Marburg auf. Er will exemplarisch und unmittelbar erfahren, wie Normalbürger ihre eigenen Verstrickungen in das verbrecherische Tun des Nationalsozialismus und die Umbrüche der Nachkriegszeit thematisieren. Bis September 1952 nimmt Mayer, der seine eigene jüdische Herkunft verschweigt, am Marburger Stadtleben teil, macht sich gezielt mit ehemaligen Nazis bekannt und führt zahlreiche Gespräche. In 'Sie hielten sich für frei' hat er aus diesen und weiteren Erlebnissen mit der deutschen Nachkriegsbevölkerung die persönlichen Geschichten und Sichtweisen von zehn »kleinen Nazis« destilliert. Er ergänzt sie mit Anekdotischem, eigenen Interpretationen und verallgemeinernden Betrachtungen sowie Spekulativem. Seine Beobachtungen zielen auf gesellschaftliche Vorgänge, die Gültigkeit über regionale und historische Spezifika hinaus beanspruchen können. Wie aktuell sein Text ist, zeigen nicht zuletzt seine Ausführungen zum Thema der Wiederbewaffnung, denen im gegenwärtigen Paradigma der »Zeitenwende« eine frappierende Relevanz zukommt. Mayers Bericht 'They Thought They Were Free' erschien in den USA erstmals 1955 mit verschlüsselten Orts- und Personennamen, die auf Wunsch der Rechteinhaber auch in der ersten nun vorliegenden deutschen Ausgabe beibehalten werden. Ergänzt wird der Originaltext durch ein Geleitwort von Richard Scully, Mayers Sohn, und ein Nachwort des britischen Historikers Sir Richard J. Evans mit einer Einordnung in den zeitgeschichtlichen Kontext. Milton Sanford Mayer (1908-1986) steuerte früh auf eine journalistische Karriere zu und brach dafür seine universitäre Ausbildung an der Universität Chicago ab. In einem lockeren, sehr persönlichen Stil schrieb er für auflagenstarke populäre Presseerzeugnisse. Er hatte sich zum gefragten Kolumnisten und Kommentator hochgearbeitet, als er Mitte der 1930er Jahre auch ohne Abschluss eine Stelle als Assistenzprofessor an der Universität Chicago erhielt. Als freier, im Pazifismus engagierter Journalist schrieb er für führende amerikanische Illustrierte wie die 'Saturday Evening Post', später für 'The Progressive', 'Harper's' und andere Medien. Landesweit wurde er bekannt, als er sich bei Kriegsausbruch öffentlich als Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen bekannte: »Ich glaube, diesmal bleibe ich daheim« (»I think I'll Sit This One Out«). Richard J. Evans, geb. 1947, ist einer der bekanntesten britischen Historiker der Gegenwart und hat zahlreiche Werke zur deutschen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts publiziert, darunter seine Trilogie 'Das Dritte Reich' (2004-2009) mit den Bänden 'Aufstieg', 'Diktatur' und 'Krieg', 'Das Dritte Reich. Geschichte und Erinnerung im 21. Jahrhundert' (2016) oder zuletzt 'Hitlers Komplizen. Helfer und Vollstrecker: Das Dritte Reich in 24 Porträts' (2025). Dr. Stephan H. Nolte, geb. 1955, hat Medizin und Kulturwissenschaften in Göttingen, Freiburg und Paris studiert und danach eine Weiterbildung zum Kinderarzt absolviert. Bis zu seinem Ruhestand 2022 war er zunächst an der Universitätskinderklinik Marburg und danach 30 Jahre lang als Kinderarzt in Marburg tätig. Während der Niederlassung bildete er sich u.a. psychotherapeutisch und journalistisch fort, sammelte Erfahrungen in Ruanda, Indien und Nepal und publizierte zu medizinischen, ethischen und kulturgeschichtlichen Themen. Aktuell konzentriert sich seine Forschung auf die Geschichte der Medizin mit Schwerpunkt auf Kinderheilkunde, Lokalgeschichte und den Nationalsozialismus insbesondere in Osteuropa sowie auf Fragen zur medizinischen Ethik.

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