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Description
Sigmund Freud sprach von der Sublimierung als einem »Grenzkonzept der Psychoanalyse«. Der Begriff ist in seinem Werk präsent von den frühen Briefen an Wilhelm Fließ bis zu den Spätwerken. Sublimierung bedeutet für ihn einen reifen Abwehrmechanismus, aber sie gilt ihm auch als Motor jeglicher Kulturarbeit. Das Fehlen eines kohärenten Sublimierungs-Konzepts bei - und nach - Freud wurde und wird von vielen AutorInnen moniert. Bis heute blieb die Sublimierung einerseits ein »Aschenputtel« der Metapsychologie (Civitarese), andererseits aber sei »die gesamte Psychoanalyse ein Effekt der Sublimierung« (André Green).In diesem Buch wird die Entwicklung des Sublimierungsbegriffes sowohl in Freuds Werken als auch bei zahlreichen späteren AutorInnen nachgezeichnet. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den immer noch zu wenig rezipierten Arbeiten Hans Loewalds zum Thema als Bindeglied zwischen triebtheoretischen, ich-psychologischen und intersubjektiven Positionen zur Sublimierung: Für Loewald ist Sublimierung mehr als Abwehr und Triebverzicht - er feiert sie als Versöhnung zwischen frühen, präverbalen dyadischen Erfahrungen des Kindes und den reiferen Ich-Leistungen, zwischen Primärprozess und Sekundärprozess.Weitere aktuelle Arbeiten zur Sublimierung bis hin zur post-bionischen Feldtheorie werden ebenso vorgestellt wie Texte zur psychoanalytischen Theorie der ästhetischen Erfahrung und des kreativen Prozesses. Rainer Gross, Dr. med., Facharzt für Psychiatrie, Psychoanalytiker (WPV, IPA), Lehrtherapeut/POP. 35 Jahre Tätigkeit in der Akutpsychiatrie (bis Ende 2015 Primarius/Chefarzt in Hollabrunn). Seither in freier Praxis in Wien. Publikationen: Der Psychotherapeut im Film (2012); Angst vor der Arbeit - Angst um die Arbeit (2015); Heimat: Gemischte Gefühle (2019); Allein oder einsam? (2021) sowie zahlreiche Artikel und Buchbeiträge.



