Stadt der Vielfalt? : Rassismus, soziale Ausgrenzung und Nazigewalt in Erfurt. Hrsg.: Arbeitsgruppe Vielfalt beim Bildungskollektiv Biko (Reihe Antifaschistische Politik (RAP) Bd.8) (2013. 48 S. 297 mm)

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Stadt der Vielfalt? : Rassismus, soziale Ausgrenzung und Nazigewalt in Erfurt. Hrsg.: Arbeitsgruppe Vielfalt beim Bildungskollektiv Biko (Reihe Antifaschistische Politik (RAP) Bd.8) (2013. 48 S. 297 mm)

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Description


(Text)
Punks fühlen sich bedroht und meiden bestimmte Stadtgebiete, Flüchtlinge berichten von rassistischen Polizeikontrollen, Internationale Studierende sprechen von Verharmlosung und Relativierung von Nazi-Übergriffen und alternative Jugendliche berichten, dass die Masse der Bürger_innen vor faschistischen Äußerungen die Augen verschließt. Peter Gispert kommt angesichts dessen zum Resümee "Vielfältig sind in Erfurt nur die Nazis". Das mag in dieser Zuspitzung manche Leser_innen vor den Kopf stoßen, gleichwohl darf es nicht dazu führen, die Kritik reflexhaft als "Nestbeschmutzung" abzutun und damit zu erledigen. Zu fragen ist vielmehr: Welche Zustände führen zu den vielfältigen Ausgrenzungserfahrungen, die der zugespitzten Aussage zugrunde liegen? Welche Vielfalt ist in Erfurt willkommen? Wie kann eine Vielfalt aussehen, die mehr bedeutet als dass Abweichung geduldet wird, so lange sie eine Bereicherung für die Mehrheitsgesellschaft darstellt und nicht den Normalbetrieb stört?
(Extract)
Vorwort
Wen muss man fragen, ob eine Stadt vielfältig und weltoffen ist? Die, die sowieso dazu gehören, die Honoratioren, Lokalpolitikerinnen, Vertreter der Zivilgesellschaft? Die gerne gesehenen Besucher_innen, die Geld in die Stadt bringen? Oder diejenigen, die im Vergleich zu den genannten Gruppen eher am Rande stehen?
Wir finden, dass in Sachen Vielfalt und Weltoffenheit diejenigen anzuhören sind, die nicht zur Mehrheitsgesellschaft gehören und Ausgrenzungserfahrungen machen. Deswegen haben wir sie gefragt: "Ist Erfurt eine vielfältige und weltoffene Stadt?" Das wird auf den folgenden Seiten ziemlich eindeutig beantwortet: Punks fühlen sich bedroht und meiden bestimmte Stadtgebiete, Flüchtlinge berichten von rassistischen Polizeikontrollen, Internationale Studierende sprechen von Verharmlosung und Relativierung von Nazi-Übergriffen und alternative Jugendliche berichten, dass die Masse der Bürger_innen vor faschistischen Äußerungen die Augen verschließt. Peter Gispert kommt angesichts dessen zum Resümee "Vielfältig sind in Erfurt nur die Nazis". Das mag in dieser Zuspitzung manche Leser_innen vor den Kopf stoßen, gleichwohl darf es nicht dazu führen, die Kritik reflexhaft als "Nestbeschmutzung" abzutun und damit zu erledigen. Zu fragen ist vielmehr: Welche Zustände führen zu den vielfältigen Ausgrenzungserfahrungen, die der zugespitzten Aussage zugrunde liegen? Welche Vielfalt ist in Erfurt willkommen? Wie kann eine Vielfalt aussehen, die mehr bedeutet als dass Abweichung geduldet wird, so lange sie eine Bereicherung für die Mehrheitsgesellschaft darstellt und nicht den Normalbetrieb stört?
Der zweite Teil der Broschüre sammelt verschiedene Ansätze, auf die aufgeworfenen Fragen eine Antwort zu formulieren. Einigkeit besteht sicherlich in der von Christian Rühl (MOBIT) eingangs vorgebrachten Forderung, der Verharmlosung und Bagatellisierung entgegen zu treten. Wie und auf welcher Ebene das geschehen kann, wird von den verschiedenen Autor_innen sehr unterschiedlich beantwortet.
Für eine Möglichkeit des Entgegentretens hat sich ein Bündnis von Gruppen und Einzelpersonen entschieden und am 13.10.2012 eine Demonstration unter dem Motto "Der Frust muss raus" in Erfurt organisiert. Im dritten Teil der Broschüre dokumentieren wir den Aufruf, einige Redebeiträge und ein Auswertungspapier. 500 Menschen, darunter viele Opfer von Nazi- und Polizeigewalt haben gegen die Erfurter Zustände protestiert mehr als bei einer durchschnittlichen Antifa-Demo, trotzdem wenige im Verhältnis zu 200.000 Einwohner_innen der Landeshauptstadt. Ein Grund dafür war sicherlich die szenetypische Werbung für die Demo. Gleichwohl spricht die geringe Beteiligung auch dafür, dass die im Aufruf formulierte Perspektive der Betroffenen von Gewalt und Ausgrenzung und die daraus begründete radikale Kritik gesellschaftlicher Verhältnisse nicht sonderlich weit verbreitet ist vielleicht auch, weil es aus der Mehrheitsperspektive schwer vorstellbar ist, was Punks, Flüchtlingen, Migrant_innen, alternativen Jugendlichen und Internationalen Studierenden in Erfurt alltäglich widerfährt.
Diese Broschüre will die Perspektive derer, für die Vielfalt und Weltoffenheit nötig wäre, verbreiten. Weiterhin haben wir uns zum Ziel gesetzt, dass die an der Schrift beteiligten Gruppen und Einzelpersonen und die dazugehörigen politischen Spektren vorhandene Vorurteile und Projektionen über die Positionen und Motivationen der Anderen überwinden und sich dadurch die Möglichkeit ergibt, die Vernetzung im Engagement gegen unmenschliche Zustände zu intensivieren oder zumindest die Abgrenzung besser zu begründen.
Ebenso sind natürlich alle Menschen, die ein besseres Leben wünschen, eingeladen, sich am Kampf um eine bessere Welt zu beteiligen, weswegen wir am Ende der Broschüre Möglichkeiten zum Mitmachen präsentieren. Vielleicht können wir so ein kleines Stück dazu beizutragen, eine Welt zu schaffen, in der Menschen ohne Angst ver

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