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Description
(Text)
Nach seinem Erzähldebüt "Zwölf und eine Lüge" (2001) versammelt dieser Band neue Geschichten von Alexander Adamopoulos. Der griechische Schriftsteller erfand das literarische Genre der "Lüge", eine Kurzprosaform, die Elemente der Legende, der Parabel, der Satire und der Kindergeschichte kombiniert.
(Review)
"Die Wahrheit braucht die Lüge. Sie muss sich verstellen, damit man sie bemerkt. In dieser Form zu lügen zeugt von beharrlichem Optimismus ..." (Franz Schneider, Rhein-Neckar-Zeitung)
(Extract)
Noch nicht einmal er selbst wusste, warum. Doch eines Tages kamen in Gold und Purpur gekleidete Gesandte des Großherzogs zu Pferde. Sie trugen blitzende Hörner und Pauken, trommelten alle am Stadttor zusammen, und ihr Ausrufer verkündete mit geschwollener Ader den Befehl, die Truppen des Papstes zu versammeln und auszuziehen, um das Heilige Land zu befreien, das unter den schmutzigen Füßen der Ungläubigen stöhnte.Die schwarzgekleideten Mönche nickten unter ihren Kapuzen, stießen herzzerreißende Schreie aus, zogen unter ihren Kutten die Gürtel mit den Knoten hervor, geißelten sich nach Vorschrift und schlugen sich dann gegenseitig, wobei sie dabei laut zu Gott beteten, er möge Mitleid mit uns haben am Tage des Jüngsten Gerichts - ein Schauder hatte uns alle erfasst. Die Pferde wieherten und scharrten nervös mit den Hufen auf dem Boden, es ertönten Paukenschläge und Hörnersummen und ein gewaltiges Dröhnen. Aus unser aller Mund erklang das "Ave Maria" und stieg zum Himmel empor.Nochnie zuvor in seinem Leben hatte er einen solchen Lärm gehört. Und solche Farben gesehen. Kaum vorzustellen, wenn das gesamte Heer des Papstes versammelt wäre! ...