Description
(Text)
Die in diesem Band versammelten sechs Beiträge entfalten Perspektiven des weiterhin umstrittenen und vieldeutigen Machtdenkens Friedrich Nietzsches.
Im Aufsatz von Milan Prucha wird das ambivalente Verhältnis von Nietzsche zur Metaphysik diskutiert. Nietzsches Entwertung der Seinsbestimmungen zugunsten von Relationsbegriffen wird mit einer dialektischen Konzeption konfrontiert, die als Alternative zur subjektivistischen Willensmetaphysik auftreten kann. Dario Karimi setzt sich mit Heideggers theologisierender Nietzsche-Auslegung auseinander, die den mit dem Tod Gottes verkündeten metaphysischen Sinnverlust durch das Kunst-Werk einer neuen, endlichen Sinnstiftung zu überwinden trachtet. Der Beitrag von Ralf Krause entwickelt im Durchgang durch die aktuelle Nietzsche-Forschung die postmetaphysischen Impulse eines pluralistisch-perspektivischen Machtdenkens, das sich aus dem Wissen um seine eigene Bedingtheit bestimmt. Marc Rölli beleuchtet das Verhältnis von Nietzsches Lebensbegriff zur philosophischen Anthropologie. Deren Verdikt, Nietzsches Machtdenken sei Ausdruck einer vitalistischen, unaufgeklärten Lebensphilosophie, wird mit Blick auf die anthropologiekritischen Positionen Nietzsches zurückgewiesen. Im Beitrag von Martin Seidensticker wird anhand von Georges Batailles Nietzsche-Interpretation dem Problem der Überschreitung nachgegangen. Mirjam Schaub widmet sich schließlich der Grausamkeit, die Nietzsche für ein radikal aufgeklärtes Denken, das sich gegen sich selbst, seine metaphysischen Ideale wendet, zu einer Zeit einfordert, da die Grausamkeit als inhumane und verwerfliche Praxis kulturell geächtet wird.
Ralf Krause, Studium der Philosophie, Politik und Geschichte in Köln, Paris und Berlin. Arbeitet schwerpunktmäßig zu Nietzsche, der französischen Differenzphilosophie und zu Fragen der Sozial- und politischen Philosophie. Unter anderem Mitherausgeber des Bandes Macht. Begriff und Wirkung in der politischen Philosophie der Gegenwart (Bielefeld 2008).
(Author portrait)
Ralf Krause, Studium der Philosophie, Politik und Geschichte in Köln, Paris und Berlin. Er arbeitet schwerpunktmäßig zu Nietzsche, der französischen Differenzphilosophie und zu Fragen der Sozial- und politischen Philosophie.



