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Description
(Short description)
Wenn Ehefrauen zu Haarbüscheln werden, Geräusche verschwinden und Großmütter ihren Enkeln die Augen zusammennähen, wird ohne Atempause vom alltäglichen Leben erzählt. Voll von grellen Farben und grotesk anmutenden Gestalten ist Weinbergers Geschichtensammlung Das kleine Tao der Tiere schonungslose Prosa bis zum letzten Kapitel.
(Text)
Liebe, Freiheit und Tod. Gier, Erschöpfung, Vergeblichkeit. In über 50 Geschichten kreist Johannes Weinberger thematisch um all jene Dinge, arbeitet sich an all den ewig gültigen Begrifflichkeiten ab, die so ein kleines menschliches Dasein angeblich ausmachen. Gelingt es einem anfangs noch, sich schmunzelnd an der scheinbaren Absurdität der dargebotenen Texte, an deren spielerisch überbordenden Sprache zu erfreuen, so wird man zunehmend gefangen, verstrickt in diesen fremdartigen Kulissen und Weltenschöpfungen. Eine völlig neue Sicht der Dinge stellt sich ein, und irgendwann ist man gar nicht mehr sonderlich verwundert, wenn gelbe Luftballons aus Stichwunden bluten.Weinberger schafft im Wechselspiel zwischen Poesie und Groteske, begleitet von kellnernden Fröschen, verbrauchten Geräuschen und zerplatzenden Rehen, eine beunruhigende Vorstellung einer Welt, die am Ende keine geringere als die unsere ist. Unaussprechliches wird fassbar gemacht, bevor es einem wieder brutal aus der Hand geschlagen wird und man zurückbleibt mit dem wärmenden Vertrauen darauf, dass es kein Entkommen gibt: Der Schrecken der Träume besteht aus ihrer Wirklichkeit.
(Review)
"Selten war den uns trennenden wie verbindenden Ängsten mit einem so tiefschürfenden Blick und in einer so poetisch flirrenden Visualisierung nachgespürt worden." (Poetenladen)"Wer von jener Gegenwartsliteratur, die das Erzählen wiederentdeckt hat, gelangweilt ist, dem sei Johannes Weinberger dringend ans Herz gelegt: Erfrischend wie ein Mundvoll Hornissen!" (Die Furche)
(Extract)
"Das Kindermädchen räkelt sich im Bett, und der zitronengelbe Schmetterling schlägt einmal kurz mit seinen Flügeln, ohne aufzufliegen. In Kürze werde ich das Kindermädchen erwürgen, mit meinen bloßen Händen, weil ich Geschmack daran gefunden habe, Leben zu beenden. Zu dem gelben Falter gesellt sich jetzt ein zweiter, orangeroter. Wo kommt ihr her, mitten im Winter?, frage ich die Schmetterlinge. Sie winken mir mit ihren Fühlern. Ich werde so viele Menschen töten, wie ich nur kann, bevor sie mich einsperren. Es ist einfach an der Zeit, etwas Sinnvolles mit meinem Leben anzufangen, denke ich. Die Schmetterlinge sitzen auf meinem Fensterbrett und sind meine besten Freunde in dieser noch stillen, grauen Morgenwelt ..."



