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Description
Seit ihrer Entstehung ist die Erde einem kosmischen Bombardement ausgesetzt. Wenn auch die Häufigkeit der Einschläge von Meteoriten und anderen Himmelskörpern im Laufe der Zeit nachgelassen hat, finden wir doch noch vielerorts ihre Spuren. Selten sind die so entstandenen Hohlformen allerdings so gut erhalten wie das Nördlinger Ries und das Steinheimer Becken, die beiden in Süddeutschland während des Jungtertiärs vor etwa 15 Millionen Jahren ausgesprengten Meteorkrater. Besonders das kleinere Steinheimer Becken zeigt die Kraterstruktur auch heute noch sehr anschaulich und gibt uns eine Vielzahl von geologischen Hinweisen auf seine Entstehung und auf die ungeheure Energie des Einschlags. Durch sie wurde alles Leben in weitem Umkreis schlagartig vernichtet und die Landschaft nachhaltig verändert. Dennoch sind die Ablagerungen des Sees, der sich anschließend bildete, äußerst fossilreich. Das Leben kehrte also relativ schnell wieder in die verwüstete Zone zurück. Die zum Teil ungewöhnlich gut und vollständig erhaltenen Reste von Pflanzen und Tieren geben einen Einblick in die Lebensverhältnisse nach der Katastrophe und ermöglichen es, die Seegeschichte und die damaligen klimatischen Bedingungen zu rekonstruieren. Wissenschaftshistorisch ist das Steinheimer Becken mit den im Laufe der Zeit entwickelten unterschiedlichen Entstehungstheorien und mit dem Erstnachweis eines konkreten Beispiels für die Richtigkeit der Darwinschen Evolutionstheorie anhand fossiler Schnecken ebenfalls von hohem Interesse. Zusammengenommen machen diese verschiedenen Aspekte aus dem Steinheimer Meteorkrater eines der bedeutendsten Dokumente der Erd- und Lebensgeschichte in Mitteleuropa. Teil I (Winfried Reiff )Das Steinheimer Becken 10Darstellung der geologischen Zusammenhänge 16Zeittafel zur Erdgeschichte 16Geologischer Bau Südwestdeutschlands 18Schweifsterne und Donnersteine - Vorboten schrecklicher Ereignisse 20Meteorite - Materie aus dem All 23Kosmische Geschosse - Wie entsteht ein Meteorkrater? 27Kosmische und irdische Dimensionen 28Einschlagkrater auf Mond und Erde 30Geschichte der geologischen Erforschung des Steinheimer Beckens 36Der Steinheimer Meteorkrater 48Arizona-Krater, Nördlinger Ries und Steinheimer Becken 65Nördlinger Ries und Steinheimer Becken - entstanden sie Schlag auf Schlag? 72Das Alter von Nördlinger Ries und Steinheimer Becken 72Die See-Entwicklung 74Teil II (Elmar P. J. Heizmann)Leben nach der Katastrophe -Paläontologie eines Meteorkraters 81Der erdgeschichtliche Rahmen - Die Tertiärzeit 81Die Fundstelle und ihre Fossilien 84Geschichte der paläontologischen Erforschung 92Pflanzen - Klimaanzeiger und mehr 98Wirbellose 102Wirbeltiere 113Sammeln, Graben, Erhalten 148Das Alter der Fundstelle 158Vor und nach dem Einschlag 159Das Bild der Vergangenheit 160Weiterführende Literatur 165Danksagung 166Abbildungsnachweise 168 Dr. Elmar P. J. Heizmann, 1943 in Freiburg im Breisgau geboren, studierte Zoologie und Paläontologie an der Universität Basel, an der er 1973 promovierte. Nach Tätigkeit am Naturhistorischen Museum Basel seit 1975 am Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart, zunächst als Konservator der Sektion Säugetiere, seit 2003 als Leiter der Paläontologischen Abteilung. Seit 2008 im Ruhestand. Forschungsschwerpunkte sind tertiäre Großsäuger und die Faunenentwicklung während der Miozänzeit. Prof. Dr. Winfried Reiff, 1930 in Stuttgart geboren, studierte ab 1950 an der TH Stuttgart Geologie, Biologie und Chemie für das Lehramt an höheren Schulen. 1955 Diplomgeologe, 1958 Dr. rer nat. Tätigkeit als Ingenieur- und Hydrogeologe, 1962-1992 beim Geologischen Landesamt Baden-Württemberg, seit 1975 Leiter der Zweigstelle Stuttgart dieses Amtes, Leitender Geologiedirektor, Honorarprofessor der Universität Stuttgart seit 1976. Forschungsgebiet: Regionale Geologie Süddeutschlands. Seit 1993 im Ruhestand, 2014.



