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Description
Im Zentrum der Arbeit des Jubilars stehen drei Typen spezieller Schreib- und Darstellungsweisen. Sie artikulieren das, was sie ausdrücken und worauf sie zielen, in einer mit Bedacht geliehenen Sprachform oder Ausdrucksweise. Die "verdeckte Schreibweise" nicht nur von Autoren der Inneren Emigration 1933-1945 bringt mittels rhetorischer Tarnung politisch unterdrückte Positionen zur Sprache. Die Parodie spricht eine fremde Sprache so nach, dass sie deren Gültigkeit untergräbt. Die Satire schließlich imitiert Personen oder Verhältnisse, um sie herabzusetzen und zu kritisieren. Diesen und weiteren Formen von Mimesis, Mimikry und Simulatio, von nachahmend-nachmachender Darstellung, täuschender Nachahmung oder Anpassung sowie kunstvoll-täuschender Verstellung gelten auch die Untersuchungen in der Festschrift. Sie kombinieren ästhetische Detailanalyse mit dem Blick für die großen Zusammenhänge in der historischen Entwicklung der Literatur wie der übrigen Künste, widmen sich den Strategien der Überlagerung und Verdunkelung, der Tarnung und Verfremdung in Literatur, Musik und Kunst von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, und sie reflektieren das Wechselspiel von Maske und Authentizität. Auf diese Weise spiegeln die Beiträge auch die Vielfalt der Anregungen wider, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen der nachfolgenden Generationen - vorrangig aus der Literaturwissenschaft, aber auch aus Musikwissenschaft und Kunstgeschichte - von Erwin Rotermund erhielten. HANNS-WERNER HEISTER / BERNHARD SPIES: Erwin Rotermund zum achtzigsten Geburtstag - PräludiumStrategien verdeckender SchreibweisenGÜNTER OESTERLE: Mystifikation und Camouflage nach 1800. Ein EssayHEIDRUN EHRKE-ROTERMUND: Verdeckte Kritik am "Führermythos". Rudolf Pechels Buchbesprechung Julian Apostata (1940)WILLIAM J. DODD: Gegen völkische Sprachdiskurse resistent: Der Sprachkritiker Gerhard StorzJOHN KLAPPER: "[.] um aus dem Vergangenen Gesetz und Maß des Gegenwärtigen herüberzuholen": Zur Einordnung von Stefan Andres' geschichtlicher Prosa im Dritten ReichSONJA NEUMANN: Die "elementare" Moderne. Orff zwischen Konservatismus, Primitivismus und NazismusÜberlagerung - VerdunkelungFRANK BÖHME: Vom Rauschen verdeckt. Gedanken zur auditiven VerschleierungBEATRIX MÜLLER-KAMPEL: Reproduktion als Prinzip der Figuration. Im Figurenkabinett des Kasperlgrafen Franz von PocciHALVOR GOTSCH: "Du bist Orplid, mein Land!" Deklamation oder Gesang - Hugo Wolfs Vertonung des Mörike-GedichtsTarnung - VerfremdungBEATRICE NICKEL: Fabelhafte Tarnung: Zu den Strategien indirekter Kritik bei Jean de La FontaineYVONNE WOLF: Verdeckt, versteckt, verdunkelt - Deutungsprobleme bei Heimito von Doderers Erzählung "Unter schwarzen Sternen"ULRICH BLOMANN: "nicht darüber reden". Das Strawinsky-Kapitel in Adornos Philosophie der neuen Musik - Strategien des Kalten KriegsHENNING MÜLLER: "Theaterkritik als Maske". Kalter Krieg um das Theater 1947CZESLAW KAROLA: Politische faits accomplis im Konjunktiv? Nachdenken über 'ungeschehene Geschichte' in der deutschen und polnischen LiteraturGUNTHER NICKEL: Peter Hacks' ParabolienSimulatio - Dissimulatio - TravestieURSULA KELLNER: Geschnitten - beschnitten - verschnitten. Grüne Skulpturen: Gartenkunst oder Trend?HANNS-WERNER HEISTER: "Caro nome" oder Gualtier Maldé, Triboletto, Blanche. Einiges zu Täuschungen, Namen und Tarnnamen in Verdis RigolettoLUTZ WINCKLER: Willy Ronis - Place de la Bastille ...absolument vide comme le mot, mais impressionnante et memorableMARTIN THRUN: Nie wieder Krieg! Ein Marschlied in und fern seiner Zeit: Hans Jürgen von der Wenses Groteske für Klavier Ich hatt einen Kameraden (1919)SIGFRID GAUCH: Camouflage oder Erwin Rotermund als Romanfigur. Verdeckte Schreibweisen, 'Intertextualität' genannte Plagiate und die Wahrheit über einen 'letzten Satz' in der 'Väterliteratur'. Ein WerkstattberichtSatireANABELLA WEISMANN: Pieter Bruegels Kampf der Sparpötte und Geldtruhen. Eine als Schlachtenbild-Parodie getarnte Politsatire im moralisierenden Gewand der Kupferstichreproduktion einer fiktiven TapisserieCARSTEN JAKOBI: Voltaire nachahmen, Voltaire überbieten. Narrative Techniken der satirischen Desillusionierung in Johann Carl Wezels Roman BelphegorMONICA TEMPIAN: Die griechischen Göttinnen haben das Wort - 'im Traum, im Traum versteht sich': Satire und Travestie in Heinrich Heines Traum von der Göttinger BibliothekDIETER MAYER: "Und Gott sei Dank: nichts war dir heilig, du frecher Hund". Anmerkungen zu den Parodien Kurt TucholskysJOST HERMAND: Lediglich harmlose Blödeleien? Brechts SchweykParodieBERNHARD SPIES: Was kann die Parodie? Überlegungen zu ihrem ästhetischen PotenzialANDREAS SOLBACH: Entdeckte Verstellung als ironische Intertextualität: Johann Christian Günthers Kirchhof-ErzählungWOLFGANG DÜSING: Parodistische Verneigung vor einem Klassiker. Zu Thomas Manns Goethe-Roman Lotte in WeimarCHRISTINE WALDSCHMIDT: ,Simulatio' als Wert des dichterischen Ausdrucks bei Robert Gernhardt und Paul CelanAuthentizität und MaskeHELMUT PEITSCH: Die Stimme oder das Gesicht der Toten: Letzte Briefe hingerichteter WiderstandskämpferBERNHARD RUSAM: Bauer zu Nathal. Die gescheiterte (?) Musikerkarriere des Oberösterreichers Thomas BernhardHILMAR HEISTER: Behind every mask another mask - J.M. Coetzee im Spiegel seiner autobiographischen FiktionenAutorinnen und Autoren



