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Description
Mensch-Nutztier-Beziehungen polarisieren bis in die Soziologie hinein. Auf neomarxistischer Seite wird tierschutzbewegt Kapitalismuskritik geübt und dem Begriff der Revolution Sympathie entgegen gebracht. Die andere Seite geht von einer reformoffenen Sozialen Marktwirtschaft aus und hält in ihr eine nüchterne empirische Detailforschung für zielführender. Zur Klärung, was angemessen ist, galt es die Wirklichkeit in einer erlebnisorientierten Industriegesellschaft aufzusuchen, exemplarisch in der Hühnerhaltung. In Tiefeninterviews wird deutlich, dass gewinnorientierte Hühnerhalter in einem Spielraum zwischen Sachorientierung und emotionaler Bindung zu sehen sind. Auch sind Belastungen auf Seiten der Halter durch Sachanforderungen auszumachen. Das verbreitete Bild von einem den Tieren gegenüber gleichgültig-tiervernutzenden Handeln der Hühnerhalter erscheint mit Blick auf Haupt- und Nebenerwerbshalter mit Freilandhaltung mit Beständen bis 20.000 Legehennen unpassend. Ökonomisch zweckrational zu handeln mag zu Lasten der Hühner gehen können, aber Synergieeffekte von guter Behandlung und Gewinnorientierung sind offensichtlich. Die Hühnerhaltung ist nichtkommerziell auch von nostalgischer erlebnishafter Bedeutung. Volker Kempf (geb. 1968), ist Dipl.-Sozialwissenschaftler in der Fachrichtung Soziologie mit den Nebenfächern Philosophie und Soziale Arbeit und Erziehung. Mehrere Buchveröffentlichungen. Er lebt mit seiner Familie bei Freiburg im Breisgau.



