News Find Me : Analyse der Nachrichtennutzung von Jugendlichen und Fragmentierungseffekte in politischen Öffentlichkeiten

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News Find Me : Analyse der Nachrichtennutzung von Jugendlichen und Fragmentierungseffekte in politischen Öffentlichkeiten

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  • 商品コード 9783869627731

Description

Wie informieren sich Jugendliche in Zeiten von Social Media über Politik? Partizipative Demokratien brauchen informierte, interessierte und mündige Bürger:innen (Barber 2003). Diese wiederum sind auf medial vermittelte Öffentlichkeiten angewiesen, um sich über die politische und gesellschaftliche Realität zu informieren (Wagner/Gebel 2014). Digitalisierung, Social Media und Algorithmen haben jedoch unsere Medienwelt, politische Öffentlichkeiten und Nachrichtennutzung tiefgreifend verändert. Daraus resultieren unterschiedliche theoretisch mögliche Fragmentierungstendenzen für Öffentlichkeiten, wie Echokammern, Filterblasen oder personalisierte Nachrichtennutzung über ganz unterschiedliche Themen. Diese Formen der Fragmentierung sind noch zu wenig erforscht bzw. sind die empirischen Ergebnisse widersprüchlich (Stark et al. 2020). Jugendliche und junge Erwachsene stehen als Social Natives und politisch noch weniger kompetente Bürger:innen zwar im Zentrum der politmedialen Debatte, jedoch fokussiert sich die entsprechende Forschung weitgehend auf Erwachsene (Heiss/Knoll/Matthes 2019; Lemish 2021).Die vorliegende Studie legt eine umfassende Analyse der jugendlichen Nachrichtennutzung vor und leistet daher einen wichtigen Beitrag zur Schließung dieser Forschungslücke. Mit ihrem innovativen Mixed-Methods-Forschungsdesign aus qualitativen, Foto-elicited-Interviews und Think-Aloud-Protokollen einerseits sowie einem Mobile Experience Sampling andererseits beantwortet sie die erkenntnisleitenden Forschungsfragen: Wie verstehen Jugendliche das Konzept '(aktuelle) Nachrichten'? Wie konsumieren Jugendliche Nachrichten? Welche Informationsquellen verwenden Jugendliche? Wie viele und welche Inhalte nehmen Jugendliche wahr und wie stark überlappen diese mit der medialen Berichterstattung?Die Untersuchung zeigt, dass die Transformation der Medienwelt durch die wachsende Algorithmisierung keine Fragmentierungstendenzen der politischen Öffentlichkeit in Bezug auf die verwendeten Informationsquellen oder die wahrgenommenen Nachrichteninhalte nach sich zieht. Insofern sind entsprechende Krisendiskurse deutlich zu alarmistisch und vor allem Jugendlichen gegenüber zu defizitorientiert. Reitmair-Juárez zeigt jedoch, dass die News-Find-Me-Einstellung der meisten Jugendlichen Herausforderungen für ihre politische Information und somit für ihre Partizipationsmöglichkeiten als mündige Bürger:innen mit sich bringt. Die Problematik besteht demnach weniger darin, dass die Jugendlichen sich über unterschiedliche Nachrichtenthemen informieren, sondern darin, dass sie dies oberflächlich, vereinzelt und teils verspätet tun. Besonders die mangelnde Bereitschaft, sich zielgerichtet und bewusst über politische Ereignisse zu informieren, ist aus demokratiepolitischer Sicht problematisch. Basierend auf diesen Ergebnissen diskutiert die Studie Anknüpfungspunkte für eine konstruktive Weiterentwicklung politischer Bildung und Medienbildung in Österreich, wo das aktive Wahlalter bei 16 Jahren liegt. Susanne Reitmair-Juárez ist Post-Doc am Institut für Politikwissenschaft der Universität Innsbruck in Österreich. Sie ist Mitglied in der Forschungsgruppe Politische Bildung sowie Sprecherin der Sektion Politikdidaktik der ÖGPW (Österr. Gesellschaft für Politikwissenschaft). Reitmair-Juárez studierte Politikwissenschaften an der Universität Salzburg. 2021 bis 2024 promovierte sie an der Universität Innsbruck mit einem Stipendium des Tiroler Landtags im Forschungsbereich Politische Bildung. In ihrer Forschung untersucht sie das Verhältnis von Jugendlichen zur Politik, insbesondere wie sich Jugendliche über Politik informieren und wie sie mit Desinformation und KI-generierten Inhalten umgehen, sowie den Transfer von Forschungsergebnissen in die Unterrichtspraxis. Dabei wendet sie vorwiegend qualitative und Mixed-Methods-Forschungsdesigns an.

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