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Description
1989 brach der europäische und zentralasiatische Kommunismus zusammen. 2011 warfen im "arabischen Frühling" einige Länder des Orients ihre autokratischen Regierungssysteme auf den Haufen der Geschichte. Immer mehr Länder öffnen sich dem kapitalistischen Wirtschaftssystem und dem freien Handel und nennen sich demokratisch. Doch trotz diesem Trend und trotz der Globalisierung treffen wir weiterhin auf eine Vielzahl unterschiedlicher politischer Systeme - und nach wie vor prägen die politischen Systeme die Mediensysteme, sodass auch diese durchaus unterschiedlich sind. Wie aber lassen sich die Mediensysteme typologisieren? Wie viele Modelle gibt es? Forscher haben seit dem Zweiten Weltkrieg immer wieder versucht, solche Modelle zu bilden und zu begründen. Aber entweder waren sie zu pauschal oder sie bezogen sich bloß auf den nordatlantischen Westen. In diesem Buch wird der Versuch unternommen, mit dem pragmatischen Differenz-Ansatz eine Typologie der Mediensysteme für die ganze Welt zu entwickeln. Zuerst werden die Mediensysteme von über 20 Ländern beschrieben, darunter Kuba, China, Ägypten, Russland, die Türkei, Italien, der Libanon, Frankreich, Deutschland, Österreich, die Schweiz, die USA und Brasilien. Danach wird der Ansatz mit seinen Kriterien vorgestellt, aus denen sich dann das Kommando-Modell, das Patrioten-Modell, das Schock-Modell, das Klientel-Modell, das Service-public-Modell und das liberale Modell ergeben. Zu den Unterscheidungsmerkmalen gehören der Charakter des Regierungssystems, die Art der politischen Kultur, der Grad der Medienfreiheit, der Grad der Staatskontrolle über die Medien, die Frage, wem die Medien gehören und wer sie finanziert, der Grad der Liaison zwischen Medien und politischen Parteien, die Frage, ob die Medienkultur eher auf Kritik oder auf Harmonie ausgerichtet ist und schließlich die Frage, ob sich die Medien eher dem Kommerz oder dem Service public verschreiben. Im Kommando-Modell und im Patrioten-Modell fungieren die Medien als Lautsprecher der Herrschenden. Im Service-public-Modell und im liberalen Modell sind sie Widersprecher der Herrschenden. Im Schock-Modell und im Klientel-Modell besteht eine Ambivalenz zwischen Lautsprechern und Widersprechern. Vorwort1. Grundlagen1.1 Medienbegriff und Systembegriff1.2 Die Komparatistik1.3 Die 'Amerikanisierung' und Globalisierung der Medien1.4 Bisherige Ansätze zum Vergleich der Mediensysteme1.4.1 Ideologisch abgrenzen: Four theories of the press 19561.4.2 Politische Abhängigkeiten aufzeigen: Koschwitz 19741.4.3 Das Raster erweitern: McQuail 19831.4.4 Die Komplexität verdeutlichen: Wiio 19831.4.5 Die Gemeinsamkeiten aufzeigen: Altschull 19841.4.6 Eine demokratische-sozialistische Theorie entwickeln: Picard 19851.4.7 Die Medieninhalte messen: Ostini und Fung 20021.4.8 Das Ähnliche ausdifferenzieren: Hallin und Mancini 20041.4.9 Die Unterschiede deutlich machen: McKenzie 20061.4.10 An Bewährtem festhalten: Hardy 20081.5 Differenzen durch politische Systeme1.5.1 Kategorisierungen1.5.2 Gemeinsame Merkmale1.5.3 Liberale und totalitäre Herrschaftssysteme1.5.4 Föderalistische und zentralistische Regierungssysteme1.5.5 Demokratische und autoritäre Regierungssysteme1.5.6 Formen autoritärer Diktaturen1.5.7 Parlamentarische und präsidentielle Demokratien1.5.8 Repräsentative und direkte Demokratien1.5.9 Konkurrenz- und Konkordanzdemokratien1.5.10 Politische Systeme und Mediensysteme2. Länderporträts2.1 Die Medien in ideologisch geschlossenen Systemen2.1.1 Nordkorea2.1.2 China2.1.3 Syrien2.1.4 Kuba2.1.5 Elemente eines Modells2.2 Die Medien in patriotisch intendierten Systemen2.2.1 Iran2.2.2 Ägypten2.2.3 Weißrussland2.2.4 Elemente eines Modells2.3 Die Medien in kontrolliert-halboffenen Systemen2.3.1 Russland2.3.2 Türkei2.3.3 Thailand2.3.4 Senegal2.3.5 Elemente eines Modells2.4 Die Medien in freiheitlich-klientelistischen Systemen2.4.1 Italien2.4.2 Lettland2.4.3 Libanon2.4.4 Ghana2.4.5 Elemente eines Modells2.5 Die Medien in Public-Service-Systemen2.5.1 Frankreich2.5.2 Deutschland2.5.3 Österreich2.5.4 Schweiz2.5.5 Großbritannien2.5.6 Elemente eines Modells2.6 Die Medien in liberalen Systemen2.6.1 USA2.6.2 Luxemburg2.6.3 Brasilien2.6.4 Elemente eines Modells3. Der Pragmatische Differenz-Ansatz3.1 Grundidee3.2 Illustration der Kriterien3.2.1 Historische Entwicklung3.2.2 Regierungssystem3.2.3 Politische Kultur3.2.4 Medienfreiheit3.2.5 Staatskontrolle über die Medien3.2.6 Medienbesitz3.2.7 Medienfinanzierung3.2.8 Politischer Parallelismus3.2.9 Medienorientierung3.2.10 Journalismuskultur3.2.11 Professionalität des Journalismus3.3 Verworfene Kriterien3.3.1 Debatte3.3.2 Einkommen der Bevölkerung3.3.3 Bildungsgrad3.3.4 Religionszugehörigkeit3.3.5 Sprachen und Medien3.3.6 Kulturleistun3.3.7 (De-)Zentralisierung des Mediensystems3.3.8 Größe des Medienmarktes3.3.9 Grad der Medienvielfalt3.3.10 Lesequote3.4 Theoretischer Aufriss3.4.1 Beschreibung des Ansatzesa) Das liberale Modellb) Das Public-Service-Modellc) Das Klientel-Modelld) Das Schock-Modelle) Das Patrioten-Modellf) Das Kommando-Modell3.4.2 Schwächen des Ansatzes3.4.3 Möglicher Wandel4. Bilanz und AusblickBibliografie Prof. Dr. Roger Blum ( 1945) ist Direktor am Institut für Medienwissenschaft der Universität Bern.



