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Description
In den Anfängen der Entwicklung der Menschheit zum homo sapiens hat es den Begriff er Leichtfertigkeit gar nicht geben können, so wie es die meisten Begriffe, die wir heute benutzen, nicht gegeben haben kann, da wir sie erst im Laufe unserer Geschichte selbst, mittels Sprachentwicklung, geprägt haben. Damals standen die Menschen unter dem Diktat der natürlichen Selbsterhaltung; der leichtfertige Umgang mit uns selbst und der Natur hätte zum Tode geführt und damit zum Aussterben unserer Spezies. Im Laufe unserer Zivilisation haben sich unsere Begriffe erst herausgebildet, und deshalb ist auch der Begriff der Leichtfertigkeit ein spezifisch soziologischer. Er ist das Resultat immer komfortabler werdender sozialer Lebensverhältnisse, die den Individuen, dank der Technologie, stets mehr Bequemlichkeiten verschafft haben und weiter verschaffen werden. Leichtfertigkeit hat also mit Unüberlegtheit, Leichtsinnigkeit und Unbesonnenheit zu tun, die als Begriffe erst auf Grund unseres Wohlstandes haben entstehen können. Im Laufe der Zeit hat der Begriff Leichtfertigkeit zunehmend moralische und ethische Bedeutung gewonnen. Die Hauptursache liegt darin, dass sie oft unbemerkt, folgenlos und ohne groß nachzudenken praktiziert wird. Dies kann jedoch zu großen Gefahren führen. Mehr Nachdenken ist nötig, damit wir die von uns selbst ausgelösten zerstörerischen ökonomischen und sozialen Prozesse erkennen und deren Folgen zu Ende denken, um ihre negativen Auswirkungen zu vermeiden oder sogar rückgängig zu machen. Dr. phil. Karin Weingartz-Perschel studierte Philosophie, Soziologie und Psychologie an den Universitäten Düsseldorf und Bochum. Sie arbeitete als Lehrbeauftragte an verschiedenen deutschen Hochschuleinrichtungen. Bücher und Schriften u.a.: "Der Begriff der Arbeit als marxistische Zentralkategorie"; "Komponistinnen von A-Z"; "Das Ewig- Weibliche als ideologische Metapher"; "Vom Fliegen, Springen, Lückenfüllen - Solinger Frauengeschichte in der Schneidwarenindustrie"; "Aber wir haben das überstanden, wir wollten ja überleben - Erinnerungen an den II. Weltkrieg"; "Der Holocaust als Paradigma instrumenteller Verwertungslogik"; "Karl Marx - Ecce Homo - Leben und Werk"; "Mythos Genie - Die intellektuelle Erfahrung des Mangels"; "Zur Tragik der Menschengattung, Hegels anthropologische Axiomatik"; "Anthropozän - Der Siegeszug der formalen Logik"; "Die 'List der Vernunft' versus Künstliche Intelligenz"; "Zur Ambivalenz von Utopien. Sind Utopien heute überhaupt noch zeitgemäß?" "Mit jedem Menschen stirbt ein Universum. Deshalb sind alle Kriege toxisch".



