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Description
Thingstätten gehören zu den eigentümlichsten Hinterlassenschaften der nationalsozialistischen Architektur: monumentale Freilichtbühnen, entworfen als Kult- und Versammlungsorte einer inszenierten »Volksgemeinschaft«, heute jedoch weitgehend aus dem Fokus der Erinnerungskultur geraten. Zwischen Ruine, Veranstaltungsort und »Schattenort« oszillierend, entziehen sie sich einfachen Deutungen. Das Buch nimmt diese bislang marginalisierte Bauform erstmals systematisch in den Blick und verfolgt insbesondere ihre »Nachkriegsbiographien«. Im Zentrum steht die Heidelberger Thingstätte auf dem Heiligenberg; ergänzend werden die Anlagen in Bad Segeberg, Borna, Braunschweig und Passau vergleichend einbezogen. So entsteht ein präzises Panorama eines widersprüchlichen NS-Erbes, das zwischen Nutzung, Verdrängung und neuer Sichtbarkeit bis in die Gegenwart hinein fortwirkt. Mit zahlreichen Fotografien und Grafiken. Stefanie Samida ist Professorin für Kulturwissenschaft des Materiellen am Institut für Materielle Kultur der Universität Oldenburg. Sie habilitierte sich 2017 an der Universität Zürich für das Fach Populäre Kulturen und war von 2020 bis 2024 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Seminar der Universität Heidelberg, wo sie ihr Forschungsprojekt zu den NS-Thingstätten durchführte. Zuvor war sie unter anderem an der Universität Tübingen, dem Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam und der Heidelberg School of Education tätig; 2019/20 führte sie ein Forschungsaufenthalt nach Wien an das IFK Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften. Ihre Forschungsthemen sind materielle Kultur, populäre Kulturen/Alltagskulturen, Kulturerbe und Public History. Im Vergangenheitsverlag sind von ihr erschienen: Der Gürtel: Mehr als nur ein modisches Accessoire (2022) und zusammen mit Manfred K. H. Eggert, Archäologie als Naturwissenschaft? Eine Streitschrift (2013).



