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Description
Dieses Prosabuch von Balázs Mesterházy, das nun auch in deutscher Übertragung vorliegt, ist nach zwei Gedichtbüchern der erste Prosaband des Autors (dem drei weitere Gedichtbände folgen), in dem die poetische Werkgrundierung keineswegs in den Hintergrund rückt. Jinker ist eine bemerkenswerte Prosa, eine wunderbare Lektüre, deren Komplexität und Originalität von der ungarischen Presse entsprechend gelobt wurde. Man kann das Buch lesen als eindrucksvolle Sammlung jugendlicher Kneipenabenteuer, als Einladung zu einer Reise in die Tiefen des ländlichen Ungarn oder als postmodernes, fragmentarisches, entpoetisiertes musikalisches Experiment, den kleinen Freuden des Lebens gewidmet.Ein Mond, der angekläfft wird. Ein Hund am Fahrradlenker. Schon diese Bilder ziehen hinein in eine Welt, die mit einem leisen Wink an Hrabal erinnert. Jinker - allein die Gattungsbezeichnung "Novellenroman" macht hellhörig - verdichtet Erinnerungen an eine Jugend im ungarischen Gyönk (Deutsch: Jink) zu funkelnden Miniaturen.Mesterházy, selbst Schüler einer deutsch-ungarischen Schule, fügt Einzelschicksale zu einem schillernden Ganzen: ironisch, surreal, von präziser Form. Tod und Lebenslust stehen einander nah, Alkoholsucht und Liebesabenteuer, Ehebruch und Depression, jugendlicher Leichtsinn und leise Verzweiflung balancieren zwischen Fantasie, Fiktion und gelebter Erfahrung.Das in Ungarn vielbeachtete Buch ist verführerisch - durch seine eloquenten Bilder, seinen unverwechselbaren Ton und die schiere Lust am Erzählen. Balázs Mesterházy, 1974, ungarischer Dichter, Schriftsteller und Literaturtheoretiker, lebt in Budapest. Er studierte Rechtswissenschaft und Literaturwissenschaft an der Eötvös-Loránd-Universität in Budapest, ist Preisträger des Baumgarten-Preises (2026), eines der bedeutendsten ungarischen Literaturpreise, sowie Mitglied der ungarischen Gesellschaft der Schriftsteller (Szépírók Társasága), In führenden ungarischen Literaturverlagen veröffentlichte er fünf Gedichtbände, einen Novellenroman, einen Versroman sowie einen literaturwissenschaftlichen Essayband. Sein nun auch auf Deutsch erscheinendes Buch Jinker wurde von der ungarischen Kritik mit der Prosa von Bohumil Hrabal, Péter Esterházy und Sándor Tar in Verbindung gebracht - bei gleichzeitiger Hervorhebung seiner unverwechselbaren, eigenständigen sprachlichen Welt.



