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Description
Im Hochmittelalter wurde das antike Feindbild der Häresie weiterentwickelt und häufiger eingesetzt, um die Spaltungen innerhalb des lateinischen Christentums zu erfassen und einzudämmen. Häresie: Die Konstruktion eines prägenden Feindbildes in der europäischen Geschichte
Die Debatte über den Katharismus ist aufgrund der scheinbar unvereinbaren Forschungspositionen der Traditionalisten und Dekonstruktivisten festgefahren. Die Beiträge dieses Bandes verfolgen einen konstruktivistischen und kulturgeschichtlichen Ansatz, um einige der Streitpunkte dieser Kontroverse, die meist auf die Voraussetzungen des Gelehrtenwissens des 19. und 20. Jahrhunderts zurückzuführen sind, zu relativieren bzw. zu beheben. Zu diesem Zweck werden Aspekte der Häresiekonstruktionen betrachtet und kontextualisiert, die sich nicht nur auf die Katharer beschränken. Im Sammelband werden exemplarisch religiöse Feindbilder vor der Inquisition, nach deren Entstehung sowie in der modernen Geschichtskultur untersucht.
The debate on Catharism has reached an impasse due to the seemingly irreconcilable research positions of traditionalists and deconstructionists. The contributions in this volume adopt a constructivist and cultural-historical approach in order to put into perspective or resolve some of the points of contention in this controversy, which are largely attributable to the scholarly assumptions of the 19th and 20th centuries. To this end, aspects of the construction of heresy are examined and contextualised, extending beyond the Cathars alone. The anthology examines, by way of example, religious stereotypes both before the emergence of the Inquisition and after it, as well as within modern historical culture.
Ulf Floßdorf ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bonn im Projekt »Rheinisches Urkundenbuch«. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die historischen Grundwissenschaften und elitäre Repräsentation in der Vormoderne. Dr. Eugenio Riversi ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bonn. Er hat sich mit dem Investiturstreit, der Geschichte von Frauen und Häresie sowie der Inklusion als Demokratisierungsprozess beschäftigt. Sarah Maria Schnödewind ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Münster. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen lateinische Hagiographie sowie Reformen im 11. und 12. Jahrhundert.


