- ホーム
- > 洋書
- > ドイツ書
- > Humanities, Arts & Music
- > Psychology
- > practical psychology
Description
Die Erfahrung von Nähe und Geborgenheit ist von fundamentaler Bedeutung für die emotionale Entwicklung von Kleinkindern. Doch seit der Entstehung der Hochkulturen wird das Band zwischen einer Mutter und ihrem Baby immer stärker zerrissen. Diese Erfahrung der Verlassenheit führt zu einer tiefen Traumatisierung. Franz Renggli zeichnet die Geschichte der Mutter-Kind-Beziehung vom Aufblühen der Stadtkulturen bis in die heutige Zeit nach. Die Erfahrung von Nähe und Geborgenheit ist von fundamentaler Bedeutung für die emotionale Entwicklung von Kleinkindern. Doch seit der Entstehung der Hochkulturen wird das Band zwischen einer Mutter und ihrem Baby immer stärker zerrissen. Diese Erfahrung der Verlassenheit führt zu einer tiefen Traumatisierung. Franz Renggli zeichnet die Geschichte der Mutter-Kind-Beziehung vom Aufblühen der Stadtkulturen bis in die heutige Zeit nach.Anhand von Marienbildern aus der Zeit des Mittelalters und der Renaissance veranschaulicht der Autor, wie ein Baby einerseits der Trennung von der Mutter hilflos ausgeliefert ist, aber andererseits eine erschreckende »Über-Nähe« zwischen Mutter und Kind besteht, Ausdruck der viel zu hohen Ansprüche und Erwartungen der Mutter an ihr Kind. Diese zwiespältige Haltung hat Folgen für das Erleben und Verhalten der erwachsenen Menschen: Hier liegt der Ursprung des Geschlechterkampfes.Die Hintergründe unserer Ängste und deren Abspaltung und Verdrängung über die Jahrhunderte zeigt der Tiefenpsychologe Franz Renggli anhand der Pest als Ausdruck einer Massenpsychose im Mittelalter auf. Ausgelöst durch das Corona-Virus befinden wir uns möglicherweise heute erneut an einer ähnlichen Schwelle wie damals. Doch die Erfahrung beweist: Je heftiger eine Krise ist, desto größer sind auch die Möglichkeiten für einen Neuanfang - eine einzigartige Chance für unsere heutige Gesellschaft! Einleitung 1 Zur Evolution der menschlichen AngstDie Bedeutung der Bindung1.1 Die Nestflüchter1.2 Die Nesthocker1.3 Die spezielle Situation der Babys bei den Affen/Primaten1.4 Die spezielle Situation des Menschen1.5 Ein Baby bei den Jägern und Sammlerinnen1.6 Das Baby in den ursprünglichen Kulturen - sein Leben in den Dörfern1.7 Das Leben eines Babys in den Hochkulturen, in den Städten2 Das Baby in den alten Hochkulturen: Sumer und Babylon2.1 Die Trennung von Mutter und Baby in Sumer, der ersten Hochkultur2.2 Atramchasis: Der Flutmythos2.3 Zur Deutung des Flutmythos 2.4 Kinderlieder und medizinische Texte2.5 Trauerlieder2.6 Klagen über die Zerstörung einer Stadt2.7 Gemeinsamkeit in der Flutgeschichte, in den Trauer- und Klageliedern - eine Deutung2.8 Geburtsbeschwörungen2.9 Die Flut als Geburt2.10 Die große Göttin Inanna2.11 Die Dämonin Lamaschtu2.12 Inannas Abstieg in die Unterwelt3 Veränderungen in der Kleinkinderbehandlung seit dem Hochmittelalter und der Renaissance - seit dem Aufblühen des Handelskapitalismus in Europa3.1 Kurze Vorgeschichte meiner Forschung3.2 Europa in einer Krise vom 14. bis 17. Jahrhundert3.3 Die Pest als Ausbruch einer Massenpsychose 3.4 Das Wesen einer Psychose3.5 Spaltungen in Europa3.6 Luther und seine Teufelspsychosen3.7 Massenpsychotische Phänomene im Mittelalter3.8 Die Hexenprozesse3.9 Hintergründe der Hexenvernichtung - der Hexenhammer3.10 Das Ende der Psychose - der Normierungsprozess3.11 Zur Geschichte der frühen Mutter-Kind-Beziehung in der christlich-abendländischen Kultur3.12 Die Angst vor dem nächtlichen Erdrücken eines Babys3.13 Dokumente von kleinkindlichem Schreien in Europa3.14 Maria und Jesus3.15 Zur tiefenpsychologischen Deutung der Marienbilder3.16 Die erotische Übernähe zwischen Maria und Jesus3.17 Die depressiven Mütter3.18 Die Bedeutung der Marienbilder3.19 Das verlassene Kind im höfischen Roman3.20 Worin liegt die Bedeutung der Ritterromane?4 Erziehung zum SchreienDie Mutter-Kind-Beziehung im Industriekapitalismus4.1 Die Grundlage unserer Kultur4.2 Die Entfremdung in der Mutter-Kind-Beziehung seit dem 18. Jahrhundert4.3 Die Geburt in der Klinik im 20. Jahrhundert4.4 Das Wesen der Erziehung4.5 Die Ambivalenz der Mütter - die psychotische Struktur in uns allen4.6 Die Fluchtwege aus dieser »Urverletzung«5 SchlussbetrachtungenGibt es Hoffnung?5.1 Die stille Revolution5.2 Der Blick nach innen5.3 Der Beginn eines lichtvollen Zeitalters5.4 Epilog: An die ElternDankBibliografieAbbildungenAnmerkungenRegister »Franz Renggli schreibt für Laien und versteht es gut, anthropologisches und historisches Wissen und tiefenpsychologische Deutungen mit seinen therapeutischen Erfahrungen zu verbinden. (...) Renggli sensibilisiert für das Leiden der Kinder, etwa für Kindermorde in der Frühen Neuzeit, in der sogar Martin Luther zum Mord an den 'Wechselbälgern' aufrief. Insofern ist das Buch eine bewegende, anregende Lektüre.« Christine Weber-Herfort, Psychologie heute, Heft 3, März 2021 »Renggli zeigt die ambivalenten Strukturen in jedem von uns auf. Über Jean-Jacques Rousseau und seine neue Pädagogik erfahren wir viel über die tief eingefleischten Erziehungsmaßnahmen der Neuzeit, die uns bis heute noch prägen. Gehorsam wird eingepeitscht, Härte wird durchgesetzt, Gefühle sind Schwäche, ... Dieses Buch erschüttert wahrhaft viele Glaubenssätze und wird auch viel zu Widerspruch anregen, da es viele Selbstverständlichkeiten unserer Kultur und des Christentums radikal infrage stellt, ja sogar als Ursache der psychischen Morbidität einer Bevölkerung, die zu über 30 % depressiv ist, darstellt. Wer also wirklich Lust auf neue und unkonventionellen Gedanken hat, der sollte dieses Buch lesen.« Evelyn Barrasch, Füssener Heimatzeitung, Nr. 22, Juni 2022 »Dieses Buch behandelt eine der wichtigsten Thematiken überhaupt, denn die frühe Mutter-Kind-Beziehung ist prägend für das weitere Leben - somit auch für die weitere Gestaltung der Gesellschaft.« Julia Strohmer, www.erziehungsfragen.lu, 30. September 2020



