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Geschichte und Zukunft einer zentralen Praxis literaturwissenschaftlichen LesensClose Reading ist eine literaturwissenschaftliche Lektürepraxis, die Texte durch eine aufmerksame Analyse ihrer sprachlichen und formalen Besonderheiten erschließt. Doch worin besteht ein Close Reading im Detail - oder worin sollte es bestehen? Das Kompendium zeichnet die transatlantische Geschichte einer grundlegenden Lesetechnik nach und rekonstruiert ihre wichtigsten Stationen von philologisch-kritischen Vorläufern im deutschsprachigen Raum über den New Criticism bis zu aktuellen Debatten der Literaturwissenschaft. Im Mittelpunkt stehen konkrete Lektürepraktiken, die nicht zwangsläufig auf eine bestimmte Interpretation hinauslaufen, sondern das Lesen selbst als Erkenntnispraxis begreifen. Zugleich werden zentrale Kritikpunkte, Weiterentwicklungen und Alternativen - vom New Historicism bis zu gegenwärtigen Diskussionen über das Lesen im Zeitalter von KI - systematisch erörtert. Die einzelnen Beiträge fragen danach, welche Lektionen diese Tradition für die Zukunft literaturwissenschaftlichen Lesens bereithält. Stefanie Heine ist Associate Professor für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Kopenhagen.Aktuelle Forschungsinteressen: Ökokritik, Geoästhetik, Verhältnisse von Materialität und Körperlichkeit. Letzte Veröffentlichung: Tangential Terrains: Cormac McCarthy`s Geoaesthetics (2026). Rahel Villinger ist Oberassistentin in der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft an der Universität Zürich.Aktuelle Forschungsinteressen: Theorie- und Praxisgeschichte der Form, Literarische Mehrsprachigkeit, Poetologien der Natur. Letzte Veröffentlichung: Kant und die Imagination der Tiere (2018). Sandro Zanetti ist Ordentlicher Professor für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Zürich.Aktuelle Forschungsinteressen: Kunst und Literatur der Avantgarden, Produktionsästhetik und Literaturtheorie, Poetiken der (Un-)Wahrscheinlichkeit. Letzte Veröffentlichung: Was bleibt, was kommt? Die Zeit der Literatur (2023).



