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Description
Die 1621 in Rinteln eingerichtete Universität gilt als Modellfall der Kleinstuniversität, die für die gesamte Dauer ihrer immerhin 200-jährigen Existenz um ihren Fortbestand rang.Die Universität Rinteln wurde 1621 von Fürst Ernst zu Holstein-Schaumburg in Rinteln gegründet - unmittelbar in der Anfangsphase des Dreißigjährigen Krieges, an dessen Ende sie nicht mehr die Landesuniversität des kleinen Schaumburg, sondern eine randständige Universität Hessens war. Ihre Geschichte ist daher in besonderer Weise vom Umgang mit knappen Ressourcen und dem Kampf um das institutionelle Überleben gekennzeichnet. Die Stärke der Hochschule lag darin, einen Studienort für eine begrenzte Zahl von Studenten aus der Umgebung zu bieten, der es ermöglichte, relativ kostengünstig akademische Abschlüsse zu erwerben. Die hier gedruckten Beiträge zu einer Tagung der Historischen Arbeitsgemeinschaft für Schaumburg anlässlich des 400-jährigen Gründungsjubiläums im Jahr 2021 eröffnen Perspektiven auf die einzelnen Fakultäten sowie Grundkonstellationen und Konfliktfelder einer Universität, von der manche Mitglieder selbstbewusst als einem kleinen Athen an der Weser sprachen. Stefan Brüdermann, geb. 1959 in Osterode/Harz ist seit 2009 Leiter des Staatsarchivs Bückeburg sowie Vorsitzender der Historischen Arbeitsgemeinschaft für Schaumburg. Studium der Geschichte und Germanistik in Göttingen und Wien, 1987 Promotion (Dissertationsthema: "Göttinger Studenten und akademische Gerichtsbarkeit im 18. Jahrhundert"), wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Edition-Lichtenberg-Briefwechsel, Lehrtätigkeit an Volkshochschulen (1986-1993) und am Historischen Seminar der Universität Hannover (1994-1999), 1993-1999 Archivar am Hauptstaatsarchiv Hannover, 1999-2003 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Institut in Rom (Repertorium Germanicum). Seit September 2003 Archivar am Niedersächsischen Staatsarchiv Bückeburg. Veröffentlichungen über Universitätsgeschichte, Straßenverkehrsgeschichte und niedersächsische Landesgeschichte, u. a.: Graf Wilhelm zu Schaumburg-Lippe (1724-1777). Zwischen Aufklärung und Moderne (Hg., 2026); Geschichte Niedersachsens, Bd. 4: Vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Ersten Weltkrieges (Hg., 2016); Schaumburg im Mittelalter (Hg., 2013, 2. Aufl. 2014) Marian Füssel, geb. 1973, ist Professor für Geschichte der Frühen Neuzeit unter besonderer Berücksichtigung der Wissenschaftsgeschichte an der Georg-August-Universität Göttingen. Er studierte Neuere Geschichte, Soziologie und Philosophie an der Universität Münster, wo er 2004 mit einer Arbeit zur Universitätsgeschichte promoviert wurde. Füssel ist ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und Mitglied der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen. Seine Forschungen beschäftigen sich mit der Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit und widmen sich u. a. Themen der Wissens- und Universitätsgeschichte, der Geschichte von Militär und Gewalt sowie der Geschichtstheorie. Zum Siebenjährigen Krieg erschien: Der Preis des Ruhms. Eine Weltgeschichte des Siebenjährigen Krieges 1756-1763, München 2019; weitere Veröffentlichungen sind u.a.: Wissen. Konzepte, Praktiken, Prozesse (2021); Gelehrtenkultur als symbolische Praxis. Rang, Ritual und Konflikt an der Universität der Frühen Neuzeit (2006).



