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Description
Der »Klassiker« ist eine literarische Wertbehauptung, plausibilisiert durch materielle Wertigkeit und ökonomische Wertschöpfung. Warum funktioniert das? Und was ändert sich, wenn das gedruckte Buch verschwindet?»Klassiker« sind das Produkt eines charakteristischen Umgangs mit literarischen Texten, und zwar hinsichtlich ihrer Eigenschaften als Ware, als gedrucktes Buch und auch als Handschrift. Um zu verstehen, warum es Klassiker gibt und wer sie dazu macht, muss man auf die Verleger schauen, auf Schriftschneider und Illustratoren sowie auf den Resonanzraum ihrer Gestaltungsentscheidungen: den Markt und die Öffentlichkeit.Im deutschen Sprachraum setzt das Verlangen nach eigenen Klassikern um 1750 ein, befeuert durch Vergleiche mit fremdsprachigen, zumal französischen Vorbildern. Um die seitherige Klassikerproduktion und ihre immer neuen Schübe und Wandlungen zu erfassen, sind in diesem Band erstmals literatursoziologische, ökonomische, philologische, buchästhetische und materialitätstheoretische Forschungsansätze zusammengeführt. Materialitätsfaktoren wie das Buchformat oder die Papier- und Druckqualität werden ebenso erörtert wie die Strategien, die zum Beispiel mittels einer hochwertigen Ausstattung oder Illustration eine herausragende literarische Qualität behaupten. Andererseits können Verlage aber auch zugunsten der Erschwinglichkeit für breite Käuferschichten gerade auf die äußere Hochwertigkeit verzichten.Die zwölf Beiträge machen anschaulich, dass die Materialität von Schrift und Buch sowie ökonomische Erwägungen bis heute eine zentrale Rolle für den Erfolg von Klassikern spielen. Sebastian Böhmer, geb. 1975, ist Privatdozent in Halle und forscht zur Materialität der Schrift sowie zum Verhältnis von Technik und Religion in der Literatur.Zuletzt veröffentlichte er Beiträge zur Geschichte der Ballonfahrt im 18. Jahrhundert und zum Verhältnis von Technik und Magie um 1900. Daniel Fulda, geb. 1966, lehrt Literaturwissenschaft an der Universität Halle und ist PI des dortigen Graduiertenkollegs 2999 «Die Politik der Aufklärung» sowie des Exzellenzclusters «Imaginamics. Practices and Dynamics of Social Imagining» der Universität Jena. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im 'langen 18. Jahrhundert', in der Aufklärungsrezeption sowie in der Gegenwartsliteratur. Dabei kombiniert er begriffsgeschichtliche, bildanalytische und narratologische Verfahren: Materialität und Materialismus. Klassiker als Produkt von Buchgestaltung, Diskurs und Ökonomie (Hg. zus. mit S. Böhmer u. M. Lepper, 2025); Die Bilder der Aufklärung (Hg. zus. mit E. Décultot, 2024); Revolution trifft Aufklärungsforschung (Hg., 2. Aufl. 2023); Die Erfindung der Aufklärung. Eine Begriffs-, Bild- und Metapherngeschichte aus der 'Sattelzeit' um 1700, in: Archiv für Begriffsgeschichte 64.1 (2022), S. 7-100. Marcel Lepper, geb. 1977, ist Direktor der Fondation Rilke in Sierre, Schweiz, und Honorarprofessor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Leipzig.Veröffentlichungen u. a.: Goethe in Amerika (Mithg., 2025); Wielands Märchen (Mithg., 2025); Goethes Euphrat (2016).



