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Description
Thomas Oehl zeigt in seinem Buch in Auseinandersetzung mit Hegels (und Adornos) Philosophie, dass und wie Materie als aktiv gedacht werden kann.Die Idee einer Aktivität der Materie zieht sich wie ein Versprechen durch die moderne, nachhegelsche Philosophie, insbesondere im »Materialismus«, wie er von Marx und Adorno geprägt wurde. Sie stand und steht jedoch stets im Verdacht, der Materie irrationalerweise etwas zuschreiben zu wollen, das wir allein dem Subjekt zuschreiben dürfen: Aktivität in einem starken Sinne. Der Gedankengang des Buches entwickelt diese Idee streng sachorientiert und verteidigt sie gegen den besagten Verdacht in drei Studien, die je einer bestimmten Gestalt von Aktivität der Materie gewidmet sind. Die Idee ist einerseits von metaphysischer Bedeutung, da mit ihr nicht weniger als ein ganz neuer Begriff von Materie verbunden ist, andererseits aber auch von sozialphilosophischer Relevanz: Denn in der Aktivität der Materie liegt die Möglichkeit, Materie in befreiender Weise als ein Gegenüber zu erfahren, etwa in bestimmten ästhetischen Konstellationen; eine freie Beziehung zu einem Gegenüber besteht gerade nicht allein in Intersubjektivität.Das Buch ist im Dialog mit Horst Bredekamps Theorie des Bildakts geschrieben, in der verwandte Motive verfolgt werden, und um ein Nachwort Bredekamps ergänzt. Thomas Oehl ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Habilitand am Lehrstuhl für Theoretische Philosophie der LMU München. Sein zentraler historischer Forschungsschwerpunkt liegt in der Klassischen Deutschen Philosophie und deren Rezeptionsgeschichte. Er verbindet dies mit systematischer Arbeit hauptsächlich zu erkenntnistheoretischen und metaphysischen Fragestellungen, etwa zum Verhältnis von Geistmetaphysik und Materialismus. Oehl hat in München und Oxford studiert und wurde, nach einem Forschungsaufenthalt in Pittsburgh, mit einer Arbeit zu Hegels Philosophie des Geistes promoviert. Anschließend war er als Assistent und Vertretungsprofessor in München tätig.



