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»Die Gesinnung der Humanität hat heute weltgeschichtliche Bedeutung«, schrieb Albert Schweitzer (1875-1965), Friedensnobelpreisträger, Gründer und Leiter des Spitals in Lambaréné am Ogowe-Fluss in Gabun (Zentralafrika), einem wegweisenden Modellprojekt der Sozialmedizin des 20. Jahrhunderts. Schweitzer war überdies habilitierter Theologe (mit Professur an der Universität Straßburg und grundlegenden Veröffentlichung zur Leben-Jesu-Forschung, zum Urchristentum und zu Paulus), promovierter Philosoph, hervorragender Organist und einer der europaweit besten Kenner des Werkes von Johann Sebastian Bach. Seine Entscheidung, zusätzlich noch Medizin zu studieren, um in Afrika angesichts der europäischen Kolonialverbrechen therapeutisch tätig werden zu können, war rein ethischer Natur und für ihn Gebot der Christus-Nachfolge. 1906 lernte er Rudolf Steiner in Straßburg kennen und schätzen; Steiner und Schweitzer sprachen über dringend notwendige Initiativen zur Rettung der Menschheit und der Erde und blieben in innerer Verbindung. Schweitzers Erinnerungstext an die Begegnung wurde zu Rudolf Steiners 100. Geburtstag bei einer Feier in New York am 21. April 1961 vorgelesen. Peter Selgs Studie beleuchtet innere Motive des Lebenswerkes von Albert Schweitzer, seine Beziehung zu Rudolf Steiner und seinen Einsatz für den Weltfrieden, der aktueller denn je erscheint.»Das heutige Elend auf der ganzen Welt ist das der Friedlosigkeit, in dem die Völker miteinander sich auf dem Weg des Verderbens befinden«, teilte er am 23. November 1962 dem US-Präsidenten John F. Kennedy mit. Peter Selg, geboren 1963 in Stuttgart, Prof. Dr. med., Facharzt für Kinder-und Jugendpsychiatrie und -Psychotherapie, ist in der Leitung der Allgemeinen Anthroposophischen Sektion der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft (Goetheanum, Dornach) und in der Leitung des Ita Wegman Instituts für anthroposophische Grundlagenforschung in Arlesheim (Schweiz) tätig. Er lehrt medizinische Anthropologie und Ethik an der Universität Witten / Herdecke und an der Alanus-Hochschule für Kunst und Gesellschaft (Alfter bei Bonn). Er veröffentlichte zahlreiche Monografien zur Werkgeschichte Rudolf Steiners und seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, zu Fragestellungen der medizinischen Ethik und zur Medizin in der Zeit des Nationalsozialismus. Darüber hinaus erschienen Bücher von ihm zu Friedrich Hölderlin, Friedrich Schiller, Johann Wolfgang von Goethe, Christian Morgenstern, Rainer Maria Rilke, Heinrich Böll, Franz Kafka, Nelly Sachs, Paul Celan, Hannah Arendt und Simone Weil.



