Description
Thema dieses Bandes ist die Wechselwirkung anthropologischer Reflexion und literarischer Inszenierung im Zeitalter der Aufklärung.Die Interpretation fragt nach der Funktion verschiedener, das Gattungssystem des 18. Jahrhunderts prägender literarischer Genres wie didaktische Lyrik, Biografie und Autobiografie, bürgerliches Drama und Roman im Kontext der in der Epoche formierten anthropologischen Diskurse. Im Zentrum der Lektüren steht dabei die intensive Auseinandersetzung mit der irrationalen, leidenschaftlichen oder emotionalen Natur des Menschen, die sich als Widerstand gegen die Ansprüche eines nicht mehr traditionellen, sondern vorurteilsfreien Wissens manifestiert. Die Gattungen der Literatur profilieren sich als Schauplatz einer kritischen Auseinandersetzung mit den Geltungsansprüchen des Diskurses und als Medium experimenteller Erkundungen. An den Konfliktzonen von Episteme und Imagination werden Konflikte der Interpretation in Szene gesetzt, welche die Moderne vorbereiten. Helmut Pfeiffer hat Romanistik und Anglistik, daneben Philosophie und Soziologie an den Universitäten Würzburg, Konstanz, Genf, Edinburgh und Tübingen studiert. Seine Promotion und Habilitation erfolgten an der Universität Konstanz. Von 1993 bis 2019 war er Professor für Romanische Literaturen und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Humboldt-Universität Berlin, es folgten Gastprofessuren an den Universitäten Paris VII und VIII.



